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Willkommen in unserem Archiv

In unserem Archiv finden Sie zurückliegende Berichte, Predigten, Editorials und mehr. Sehr hilfreich dabei ist die Suchfunktion über die gesamte Website nach Stichworten.


 

Herr über Leben und Tod

Editorial November 2006

Predigt zum Reformationsfest in der Kaiser-Wilhelm

Unser neuer Kirchenvorstand

Pressekonferenz des neuen Dekans

Neue Religionspädagogin

Danke !

Abschied

Die lodernde Kirche von Alabama

Kinderfreizeit

Johannes Rau

Frauenfrühstück

KV Sitzungen

Gott kommt trotzdem

Gott und die Deutschen

Anderes Kirchenbild

2005 Gedanken zum Buß- und Bettag

10-2001 Beckstein in Schweinfurt

08-2001 Aaron und die Global Player

Zwischenruf : Die Würde des Menschen

07-2000 Editorial Richard Krauss

09-2000 Editorial Richard Krauss

10-2000 Editorial Richard Krauss

Dezember 1999 Editorial Richard Krauss

November 1999 Angedacht Martin Steinbach

August 1998 Martin Steinbach : Andgedacht

Mai 1999 Matthias Frör : Angedacht

Mai 1998 Matthias Frör Angedacht

Gebetswand

Januar 2000 Editorial Richard Krauss





Dr. Jürgen Lenssen und die Freiheit der Kunst

Das Gespräch am Morgen bot zuletzt wieder ein Highlight: Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen, der teils bewunderte, teils umstrittene Bau- und Kunstreferent des Bistums Würzburg folgte der Einladung nach Dittelbrunn, wo er ehedem als Priester wirkte. Lenssen, der insbesondere mit „seinem“ Museum am Dom und „seiner“ Ausgestaltung der Volkacher Wallfahrtskirche für breite kontroverse Diskussionen sorgte, sprach - auf hohem Niveau und doch für alle verständlich - zum Thema:

„Wie frei ist die Kunst in der Kirche“.
Sein Vortrag war ein Plädoyer für die Freiheit der Kunst, die sich allein durch ihre Qualität definiert. Er sprach für die Freiheit des Künstlers, der nicht durch allzu detaillierte Vorgaben durch den Auftraggeber eingeengt werden dürfe. Er schilderte, welche Schwierigkeiten schon immer auch große Künstler, auch Riemenschneider, mit ihren Auftraggebern hatten und wie wichtig es ist, gerade heute, wo keine allgemein verbindliche Gestaltungsregeln mehr gelten, der Kunst ihre Freiheit zu lassen, eine Freiheit, die sie braucht, um die Identifikation des Betrachters mit der Gegenwart zu ermöglichen. Er spart nicht mit Kritik an (beiden) christlichen Kirchen: Seit dem 18. Jahrhundert greifen sie (der Verweltlichung eher hilflos ausgesetzt), auf alte Vorbilder zurück und bedienen Klischees, die kaum Bezug zum Heute haben. Lenssen erklärte viel und jeder konnte lernen; seine Sichtweise ist weitreichend und einleuchtend. So verstehen wir jetzt z. B. das tradierte Gottesbild in der Malerei. Man kann den unendlichen Gott nicht auf einem endlichen Medium dar-stellen; der alte weißhaarige Mann mit dem Bart sollte früher einer Gemeinde, deren Mitglieder kaum älter als 40 Jahre wurden, die Ewigkeit symbolisieren. Wer heute noch eine solche Darstellung in Auftrag gibt, hat vieles nicht verstanden. „Künstler sind der Theologie oft näher, als Theologen; sie sind Seismografen“.
Die Zeit verging wie im Flug. Die sehr vielen Zuhörer (sie mussten in einen größeren Raum ausweichen) dankten mit einem sehr lang anhaltenden Applaus. Kurt Weber


 

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Erntedankfest

Am ersten Sonntag im Oktober wird das Erntedankfest gefeiert. Früchte des Gartens und der Felder werden in den Gottesdienst mitgebracht um im Gottesdienst unserem Gott für die Gaben zu danken. Die für den Gottesdienst gestifteten Gaben werden zumeist an Bedürftige verschenkt. Das Erntedankfest erinnert uns auch daran, mit den Menschen zu teilen, die weniger oder gar nichts zu essen haben. Das Erntedankfest war schon in der Antike ein weit verbreitetes Fest, z. B. bei den Römern und Juden das Laubhüttenfest. In der evangelischen Kirche meist gefeiert am ersten Sonntag im Oktober. In der katholischen Kirche ist kein fester Termin festgesetzt, es ist aber meist auch der erste Sonntag im Oktober. Segnung der Feldfrüchte - Gedenken an das Erntewunder. Flechten einer Erntekrone, verschenken der geweihten Gaben an Bedürftige, basteln von Apfelmännchen und Erntedankfeiern. »Liebet das Brot, den Hort des Hauses. Achtet das Brot, den Lohn der Arbeit. Ehret das Brot, den Segen der Scholle. Vergeudet nicht das Brot, den Reichtum des Volkes«. Mehr


 

Blätter im Wind .....

Wenn im Herbst die Blätter fallen, so braust oftmals ein kleiner Sturm durch die Bäume und auch durch unsere Gemeinde. Eines dieser "Herbstblätter" veröffentlichte vor einigen Tagen einen unglücklichen Artikel der in unserer Gemeinde Erstaunen und an mancher Stelle auch zurecht Verärgerung hervorgerufen hat.

1. Wer unsere Gemeinde kennt, dem ist bekannt, daß Pfarrer Steinbach nicht nach Bad Tölz "versetzt" wurde. Vielmehr hat sich unser langjähriger Pfarrer aufgrund seiner Erfahrung uns seiner Kompetenz für die Stelle als Dekan beworben. Er ist von der Landeskirche in diese verantwortungsvolle Position berufen worden.

2. Es ist nicht zutreffend, daß sich die Gemeindeglieder unserer Gemeinde erhoffen, daß mit den Schewes "frischer Wind" in unsere Gemeinde kommt. Vielmehr ist es eine unbestrittene Tatsache, daß unser Gemeindeschiff unter Martin Steinbach und seinen Kollegen/innen stets die Nase im Wind hatte und aktiv, vielfältig und mit hohem Maß seine Aufgabe an der Maibacher Höhe erfüllt hat. Unsere Gemeinde ist der Überzeugung, daß auch in Zukunft trotz eines Wechsels auf der Brücke Kurs gehalten wird und keine Flaute zu verzeichnen sein wird. Aus diesem Grund steht auch unser Kirchenvorstand mit ganzem Vertrauen hinter Pfarrer Martin Schewe und Pfarrerin Ebeert-Schewe und freuen sich auf die Zusammenarbeit mit ihnen.

Für unterschiedliche Reaktionen sorgte auch der Hinweis im Monatsgruß November, daß die Sprengelaufteilung zwischen Dittelbrunn und Schweinfurt neu geregelt wurde. Dabei wurde Pfarrer Schewe und Pfarrerin Ebert-Schewe zu Unrecht ins Visier einiger Anrufer/innen genommen.Vielmehr wurde diese Entscheidung auf einer öffentlichen Kirchenvorstandssitzung im April 2004 mit Pfarrer Steinbach und dem Kirchenvorstand beschlossen . Der Kirchenvorstand nimmt die Bedenken und Einwände einiger unserer Gemeindeglieder sehr ernst und kann durchaus verstehen, daß dabei auch emotionale Belange betroffen sind. Es ist aber sichergestellt, daß auch bei Kasualien zukünftig in Abstimmung mit den jeweiligen Pfarrer/innen eine für alle Seiten gute Lösung gefunden wird, wie dies auch in der Vergangenheit möglich war. Die Christuskirche ist eine Gemeinde mit zwei Sprengeln - die nicht zuletzt auch eine arbeitsorganisatorische Aufteilung darstellt.
Es war bei dieser Entscheidung in keiner Weise beabsichtigt irgendwelche Gemeindeteile zu benachteiligen oder zu vernachlässigen. In einem ruhigen Gespräch lassen sich viele Punkte und auch Fehlinformationen ruhig klären.


 

Sonntags Special im November

Was ich meiner Kirche ins „Stammbuch“ schreiben will
Thomas Stelzer predigt in der Christuskirche Schweinfurt

Am Sonntag, 14. November 2004
um 10.00 Uhr (Volkstrauertag) „schreibt“ Thomas Stelzer (Leiter der Agentur für Arbeit in Schweinfurt) in der Christuskirche in Schweinfurt in seiner Predigt der evangelischen Kirche etwas in ihr Stammbuch. Mit Thomas Stelzer predigt eine Persönlichkeit, die wahrlich keine leichten Aufgaben zur Zeit zu bewältigen hat. Als Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesagentur für Arbeit im Bezirk Schweinfurt muss er viele Reformen („Hartz IV“) bewältigen und darf dabei den Menschen nicht aus dem Blick verlieren. (10-04 as)


 

Standortwechsel

WIe bereits im Monatsgruß erwähnt und in der Gemeinde bekannt, haben Pfarrer Schewe und Pfarrerin Ebert-Schewe nach der abgeschlossenen Renovierung das Pfarramt Christuskirche an der Maibacher Höhe bezogen. Der Termin für die Installation von Pfr. Schewe und Pfrin. Ebert-Schewe an der Christuskirche wird rechtzeitig bekannt gegeben. 11.11.2004


 

Christuskirche

Frohe Weihnachten

Liebe Internet Besucher/innen in unserer Gemeinde und in der Ferne. Unsere Gemeinde und der Webmaster wünscht Ihnen und Ihrer Familie ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. Wir tun dies mit der Weihnachtsbotschaft aus dem Lukasevangelium:

"Fürchtet euch nicht ! Siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volke widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren. "Lukas 2,10.11 Die Geschichte von Weihnachten erzählt uns die Bibel im "Weihnachts-Evangelium". Im Neuen Testament finden wir bei Lukas 2, 1-20 die Berichte über die Geburt von Jesus.

Die Geburt Jesu
Kapitel 2
1 In jenen Tagen geschah es, daß vom Kaiser Augustus ein Befehl ausging, daß der gesamte
Erdkreis aufgezeichnet werde. 2 Diese erste Aufzeichnung geschah, als Quirinius Statthalter von Syrien war. 3 Alle gingen hin, sich eintragen zu lassen, ein jeder in seine Stadt.
4 Auch Joseph zog von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt - weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war -, 5 um sich eintragen zu lassen zusammen mit Maria, seiner Verlobten, die gesegneten Leibes war. 6 Während sie dort waren, geschah es, daß sich die Tage erfüllten, da sie gebären sollte, 7 und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn, hüllte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil nicht Platz für sie war in der Herberge.

Offenbarung an die Hirten
8 In derselben Gegend waren Hirten auf freiem Felde und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. 9 Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und es umstrahlte sie die Herrlichkeit des Herrn, und
sie fürchteten sich sehr. 10 Der Engel aber sprach zu ihnen: >>Fürchtet euch nicht! Denn seht, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: 11 Euch wurde heute in der Retter geborenein Kindlein finden, der ist Messias und Herr. 12 Und dies soll euch zum Zeichen sein: Ihr werdet in Windeln eingehüllt und in einer Krippe liegend!<<
13 Und auf einmal erschien mit dem Engel eine große Schar des himmlischen Heeres, die Gott priesen mit den Worten: 14 >>Ehre ist Gott in der Höhe und auf Erden Friede unterMenschen eines guten Willens!<<15 Und es geschah, als die Engel von ihnen weg zum Himmel entschwanden, sagten die Hirten zueinander: >>Laßt uns hinübergehen nach Bethlehem und schauen, was da geschehen ist, von dem der Herr uns Kunde gab!<< 16 Und sie gingen eilends und fanden Maria und Joseph und das Kind, das in der Krippe lag. 17 Als sie es sahen, berichteten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. 18 Und alle, die es hörten, wunderten sich über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde. 19 Maria behielt alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. 20 Die Hirten aber kehrten zurück und priesen und lobten Gott für all das, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.

Albrecht Goes vermittelt uns seine Gedanken zu Weihnachten :
"Gottes Weihnachtswelt ist voller Boten und einige sind unterwegs zu dir".

An Weihnachten feiern die Christen die Geburt ihres Herrn. Untrennbar ist seit 200 Jahren
hier in Deutschland damit der Brauch verbunden, einen Christbaum aufzustellen und ihn mit
Kerzen, Sternen und Kugeln zu schmücken. Unter vielen Christbäumen ist dann auch eine Krippe zu sehen, wie sie damals in einem Stall in Bethlehem stand. Die Vielfältigkeit der
Darstellungen der Grippe zeigen, daß im Weihnachtsgeschehen alle Menschen ihren Platz haben. Frauen und Männer, Kinder und Alte, Gesune und Kranke , Menschen aller Hautfarben, Nationen und Herkunft. Hierzu gehören auch die von Gottes Hand geschaffenen Tiere. Hektik und Hetze, Lärm und Dauermusikberieselung in Kaufhäusern lenken uns ab. Lebkuchen im August, Weihnachtsdekoration bei Harrods ab dem 1. August zeigen, wie wenig wir manchmal der Bedeutung des Weihnachtsfest beimessen und wie wenig Achtung wir der Geburt Jesu Christi beigemessen . Wie groß die Sehnsucht nach Ruhe, Stille, Besinnlichkeit , Erinnerung an die Kindheit ist, empfinden wir, wenn wir unsere Gottesdienstbesucher am Heiligen Abend in der Christuskirche und der Arche in Dittelbrunn begrüßen.Die Nähe zu Gott wird im Gottesdienst gesucht. Voll Zuversicht dürfen wir dann der Liebe und Barmherzigkeit unseres Vaters sicher sein.

In unserem Gesangbuch finden Sie einige Lieder, die Sie gemeinsam am Heiligen Abend singen können.

Vom Himmel hoch da komm ich her (Ö / 24)
Ehre sei Gott in der Höhe (Ö / 26)
Lobt Gott ihr Christen alle gleich(Ö / 27)
Es ist ein Ros entsprungen (Ö / 30)
Zu Bethlehem geboren ( Ö / 32)
Ich steh an deiner Krippen hier( Ö / 37)
Ihr Kinderlein kommet ( Ö / 43)
O du fröhliche ( Ö / 44)
Herbei, o ihr Gläubigen (45)
Stille Nacht, heilige Nacht ! (Ö / 46)
Kommet ihr Hirten ( Ö / 48 )


Gibt es einen Weihnachtsmann ?

New York - Die achtjährige Virginia O'Hanlon aus New York wollte es ganz genau wissen. Darum schrieb sie an die Tageszeitung „Sun" einen Brief:

Ich bin acht Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der ,Sun' steht, ist immer wahr. Bitte, sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?"

Virginia O'Hanlon

Die Sache war dem Chefredakteur so wichtig, dass er seinen erfahrensten Kolumnisten, Francis P. Church, beauftragte, eine Antwort zu entwerfen - für die Titelseite der „Sun".

„Virginia, deine kleinen Freunde haben nicht Recht. Sie glauben nur, was sie sehen; sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt.

Solcher Ameisenverstand reicht nicht aus, die ganze Wahrheit zu erfassen und zu begreifen.

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Es gibt ihn so gewiss wie die Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein.

Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie - gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen.

Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest du auch den Märchen nicht glauben. Gewiss, du könntest deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme den Weihnachtsmann zu Gesicht - was würde das beweisen?

Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie.

All die Wunder zu denken - geschweige denn sie zu sehen -, das vermag nicht der Klügste auf der Welt.

Was du auch siehst, du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönen Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal die Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter auf einmal zu erkennen sein. ,Ist das denn auch wahr?' kannst du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und nichts beständiger.

Der Weihnachtsmann lebt, und ewig wird er leben. Sogar in zehn mal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen.

Frohe Weihnacht, Virginia.

Dein Francis Church."

PS: Der Briefwechsel zwischen Virginia O'Hanlon und Francis P. Church stammt aus dem Jahr 1897. Er wurde über ein halbes Jahrhundert - bis zur Einstellung der „Sun" 1950 - alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit auf der Titelseite der Zeitung abgedruckt. Und seit 1977 - nachdem WamS-Autor Rolf R. Bigler (1930-1978) die Idee dazu hatte - in WELT am SONNTAG. R. R. B.
Seit 1998 veröffentlichen auch wir auf der Website der Christuskirche jedes Jahr diese Geschichte.


 

Gemeinsam bauen an der Strasse zu Gott

Schweinfurt (Mau) Seit gestern ist die Pfarrstelle in der Christuskirche wieder offiziell besetzt. Fünf Monate nach dem Abschied von Pfarrer Martin Steinbach wurde das Pfarrer-Ehepaar Valerie Ebert-Schewe und Martin Schewe im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in die neue Aufgabe eingeführt, die es gemeinsam übernehmen wird.
"Herzlich willkommen auf unserer Baustelle in der Christuskirche", begrüßten die beiden neuen Pfarrer ihre Gemeinde in ihrer ungewöhnlichen, im Dialog gehaltenen Antrittspredigt. Sie verteilten Bauarbeiterhelme an die zahlreich gekommenen Gottesdienstbesucher und forderten auf: "Baut mit an der Straße zu Gott." Für dieses Straßenbau-Projekt sei jeder an seiner jeweiligen Position wichtig. Daher wünschten sich die Pfarrersleute auch, dass Gott an diesem Tag nicht nur sie, sondern alle 4500 Gemeindemitglieder für den Dienst in der Gemeinde gesegnet habe.
Bis Weihnachten müsse eigentlich noch viel erledigt werden, hatte Dekan Walter Luithardt zuvor erklärt. Auf vieles davon könne aber verzichtet werden, denn es störe die Vorbereitung auf das Fest. Die Amtseinführung von Martin Schewe und Valerie Ebert-Schewe passe dagegen sehr gut in diese mit Erwartung und Erfüllung verbundene Zeit. "Ich wünsche Ihnen, dass Sie während Ihres Dienstes viel von dieser weihnachtlichen Hoffnung erfahren", erklärte Luithard. "Gott segne Ihren Dienst in und mit dieser Gemeinde."
Hans-Jörg Menschner, Vorsitzender des Kirchenvorstands, wünschte dem Pfarrerpaar Gottes Kraft bei der Einarbeitung in seine neue Aufgabe. Er freue sich, dass die erste Pfarrstelle der Gemeinde nun wieder besetzt ist, auch wenn dadurch an der bisherigen Wirkungsstätte, der ebenfalls zur Gemeinde Christuskirche gehörenden Arche in Dittelbrunn, eine Lücke entstehe. Die Kindergartenkinder sangen und tanzten zu Ehren der neuen Pfarrer Auszüge aus einem Kindermusical.
Der gebürtige Leipziger Martin Schewe und seine aus Coburg stammende Frau treten mit der Nachfolge des beliebten und engagierten Pfarrer Martin Steinbach kein leichtes Erbe an. Da ist es hilfreich, dass die beiden sich in der Gemeinde bereits bestens auskennen. Denn seit September 2003 haben sie sich die zweite Pfarrstelle der Gemeinde in der Dittelbrunner Arche geteilt. Nach der erfolgreichen Bewerbung Steinbachs als Dekan in Bad Tölz haben Martin Schewe und Valerie Ebert-Schewe bereits die Vertretung in der Hauptpfarrstelle auf der Maibacher Höhe übernommen. Bis auch die Arche einen neuen Pfarrer hat, wird das Paar nun an seiner ehemaligen Wirkungsstätte aushelfen.
(c) Text und Bild : Schweinfurter Tagblatt / Mainpost. Die Christuskirche bedankt sich für die Berichterstattung. 12.12.2004 - 19:11rk


Dekan Luithardt segnet das Pfr. Ehepaar




 

Menschen in Not

Die verheerenden Nachrichten aus Asien machen uns betroffen und traurig. Schock und Hilflosigkeit, Angst und Hoffen ob man seine Liebsten wieder in die Arme schließen kann sind gegenwärtig. Die Trauer um Kinder, Frauen und Männer verursachen Schmerz und Unverständnis. Der Tod überraschte Tausende Menschen unerwartet und mit brachialer Gewalt. Es ist unsere Aufgabe als Mitmenschen und Christen diesen Menschen beizustehen mit Trost, Beistand und auch mit Spenden.

Ich rufe Sie auf, anstatt Feuerwerk für Silvester, den geplanten Betrag den Hilfsorganisationen zu spenden. Es gibt am Ende dieses Jahres nichts zu feiern. Kinder ohne Eltern, Ehepaare ohne Partner, Menschen in Ihrer Not und Verlassenheit brauchen Ihre Hilfe: Nachfolgend die Möglichkeiten zur
Online SPENDE .

Eines aber sollten wir als Christen auch nicht vergessen. Wir wollen für die Toten und Hinterbliebenen , die an Seele und Körper verletzten Menschen beten,, dass Gott ihnen in ihrer Not beisteht und sie die Folgen dieser Katastrophe eines Tages überwinden können. Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe. 28.12.04 18:00 RK


 

Wie konnte Gott das zulassen ?

.. so lautete dieser Tage die Überschrift in der Online Ausgabe des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL zu der Überschwemmungskatastrophe in Asien. Die Suche nach der Antwort auf diese Frage macht mich sprachlos. Hilflos, betroffen und traurig starre ich auf die Bilder, die uns aus Asien erreichen. Viele Fragen werfen diese Ereignisse auf. Wir spüren, daß die „Sinntflut“ nicht eine Textstelle in unserer Bibel ist, sondern erneut zur Realität wurde. Die unbändige Gewalt der Fluten hat uns Menschen gezeigt, wie wenig wir die Natur unserer Erde kennen. Auch wenn wir Menschen meinen, über die Natur herrschen zu können, so stößt unser Machtanspruch an Grenzen. Nicht die Allmacht Gottes, sondern die Allmachtsvorstellungen des modernen Menschen werden durch solche Ereignisse in ihre Schranken gewiesen.
Gottes Allmacht kann man sich nicht so vorstellen, daß Gott alles Böse und Unbegreifliche im Vornehinein aus dem Lauf der Dinge herausschneidet. Gottes Allmacht zeigt sich in der Liebe, mit der er sich uns Menschen zuwendet, damit wir uns auch angesichts des Unbegreiflichen an Ihr orientieren. Die Gewalt der Natur hat uns in die Grenzen gewiesen, schrieb der Ratsvorsitzende der EKD Bischof Huber dieser Tage.
Und auf die nochmalige Frage, „ warum läßt Gott dies zu“ ?, möchte ich anders fragen: Wo ist Gott in diesem Leid ?
Und ich gebe zur Antwort:: Gott leidet mit. Doch der Mensch hat Mühe, die Liebe Gottes und das Leiden der Welt zusammenzubringen. Gott ist eben ein Geheimnis, seine Pläne sind undurchschaubar. Aber er will das Leiden nicht, er nimmt Anteil am Leiden der Menschen – an der Brüchigkeit des Lebens, an Verderben, Elend, Krankheit und Tod.
In unserem Leben gehören Leid, Liebe und Freiheit zusammen. Unsere Welt ist eine unvollkommene, nicht kalkulierbare Welt. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als unser Denken der Wirklichkeit anzupassen. Die Liebe gehört dazu. Und auch das Leiden. Und dieses Leiden , der Schmerz und die Trauer der Opfer und Angehörigen läßt sich nur schwer mit der Weihnachtsbotschaft in Einklang bringen.
Auch hier waren es Menschen, die das Kind aus der Krippe später ans Kreuz geschlagen haben. Und es war Gott, der seinen Sohn aus Liebe zu den Menschen zur Vergebung der Sünden für uns geopfert hat. Wie soll es weitergehen ?
Spendenaufrufe und zahlreiche Spenden zeigen, wie sehr diese Katastrophe uns alle bis uns Mark getroffen hat. Großzügige Zuwendungen von vielen Menschen angesichts dieses Ereignisses zeugen von überwältigender Hilfsbereitschaft. Auch hier offenbart sich die Liebe Gottes in der fürsorglichen Zuwendung ihrer Mitmenschen. Verletzt an Leib und Seele bedürfen diese Menschen noch lange unserer Zuwendung. Es war kein Zufall, als unverletzte Rückkehrer ein „Gott sei Dank“ häufig in ihren Berichten verwendeten.
Es drängt uns, der Heimsuchung einen Sinn zu geben – und wir entdecken doch nur unsere Verwundbarkeit, schreibt Robert Leicht in der ZEIT. Diese Verwundbarkeit sollte am Beginn dieses Jahres uns zum Nachdenken bringen. Amen .
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen (Andacht 2.1.2005 Arche, R. Krauss)






Jahreslosung 2005

Die Jahreslosung lautet "Jesus spricht: Ich habe für Dich gebeten dass Dein Glaube nicht aufhöre."


Spende bei der Diakonie Kathastrophenhilfe

Ein verheerendes Erdbeben und gewaltige Flutwellen haben am frühen Morgen des 26. Dezember in Südostasien Zehntausende Menschen in den Tod gerissen. Hunderttausende wurden obdachlos. Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partner versorgen unter anderem in Südindien 50.000 Menschen mit Essen, Trinkwasser und Hygieneartikeln. Sofort Spende


 

Bibelquiz im ZDF

Die Lerchenbergpredigt des unseligen Thomas

Von David Kleingers
Ein Hallelujah für die Quote: Mit der Live-Show "Gottschalks großer Bibel-Test" versuchte sich das ZDF an einem publikumswirksamen Religionsquiz. In Ermangelung göttlicher Geistesblitze geriet das langatmige Fleißkartensammeln jedoch zum qualvollen TV-Martyrium für die Zuschauer.
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Zum Tode von Papst Johannes Paul II.

"Ich bin froh, seid Ihr es auch"
Wenige Stunden vor seinem Tod verabschiedet sich der Papst von seinen Vertrauten. Für die Menschen in der Welt hinterläßt er eine Botschaft

Am Samstag den 2. April 2005 um 21.37 Uhr ist Papst Johannes Paul der II nach langer Krankheit verstorben.
Unsere Gemeinde spricht unseren katholischen Schwestern und Brüdern von St. Anton, Maria Hilf und St. Rochus in Dittelbrunn ihre Anteilnahme zum Tod von Johannes Paul dem II aus. Wir möchten auf diese Weise unsere Verbundenheit in der Oekumene zum Ausdruck bringen. (rk 2.4.2005 / 22:30)


 

Jürgen Rüttgers und die Überlegenheit

Die Äusserungen von Jürgen Rüttgers legen den Verdacht nahe, daß er sich um die noch zu besetzende Stelle des Kurienkardinals als Nachfolger von Joseph Ratzinger bewerben möchte. Sicherlich, wie zu erwarten, falsch zitiert und aus dem Zusammenhang gerissen. Faktisch steht jedoch fest, daß Rüttgers mit seinen Äusserungen protestantische Wähler und Angehörige anderer Religionsgemeinschaft in eigenartiger Weise brüskiert. Als evangelischer Kirchenvorstand beschleicht mich der Verdacht, daß wir nach einer Leitkultur nunmehr in den Genuß einer Leitereligion kommen sollen. Wie lässt sich die "Überlegenheit de Katholizismus" theologisch begründen ?
Die Äusserungen von Jürgen Rüttgers sind schlichtweg indiskutabel. Er erweist damit der katholischen Kirche einen Bärendienst. Bleibt noch Hosea aus dem Alten Testament zu zitieren: "Wer Wind sät, wird Sturm ernten". (rk)


 

Kardinal Ratzinger zum Papst gewählt

Ratzinger ist Benedikt XVI.

Joseph Ratzinger ist neuer Papst. Er gab sich den Namen Benedikt XVI. Damit ist erstmals seit rund 480 Jahren wieder ein Deutscher zum Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche gewählt. Kurienkardinäle stellten den Pontifex am Dienstagabend den Gläubigen auf dem Petersplatz vor.

Über Hunderttausend Menschen klatschten begeistert Applaus. Rund um den Vatikan gab es Hupkonzerte, der Autoverkehr brach zusammen. Der neue Papst Benedikt XVI. sprach dann erstmals zu den Gläubigen. "Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn", sagte er, "ich vertraue mich Euren Gebeten an." Als erste Amtshandlung spendete der frisch Gewählte den Segen Urbi et Orbi (Die Stadt und dem Erdkreis).

Die 115 Kardinäle bei dem Konklave in der Sixtinischen Kapelle einigten sich vermutlich bereits im 4. Wahlgang auf einen Nachfolger für den vor 17 Tagen gestorbenen Johannes Paul II. Das Konklave dauerte lediglich knapp 26 Stunden. Das Abstimmungsergebnis müssen die Kardinäle nach ihrem Schwur auf ewig geheim halten.

Als Zeichen der geglückten Abstimmung kam weißer Rauch aus dem Schornstein der Kirche. Allerdings herrschte zunächst über Minuten Unklarheit und Verwirrung, ob es wirklich weißer Rauch war oder schwarzer Rauch als Zeichen einer ergebnislosen Wahl. Auch läuteten nicht gleich die Glocken des Petersdoms. Erst etwas später bestätigten sie: Ein neuer Papst ist gewählt.

Es handelt sich um den 265. Papst in der Kirchengeschichte. Der Papst ist der oberste Kirchenführer von weltweit über einer Milliarde Katholiken.

(c) http://www.n-tv.de/520163.html


Die Christuskirche übermittelt seinen kath. Nachbargemeinden Maria Hilf, St. Anton und St. Rochus die Glückwünsche zur Wahl eines neuen Papstes
19.04.2005 / 19:10 rk

Biographie
Oekumene (2)


INTERVIEW vom 16.4.2005 in der Financial Times Deutschland
Bischöfin Käßmann: "Das ist unmenschlich"

Die evangelische Bischöfin von Hannover, Margot Käßmann, hat die katholische Kirche aufgefordert, nach der Papstwahl so schnell wie möglich notwendige Reformen anzupacken. Statt eines Deutschen sähe sie lieber einen Südamerikaner an der Spitze der katholischen Kirche, sagte die Bischöfin im Interview mit FTD-Online.

FTD-Online: Frau Bischöfin, welche Hoffnungen richten Sie an den neuen Papst?
Käßmann: Da sind für mich drei große Themen: Das eine ist, dass er wie Papst Johannes Paul II. für Gerechtigkeit und Frieden weltweit eintritt. Zum Zweiten wünsche ich mir Reformen für die Frauen, beispielsweise den Zugang zu Ämtern und den Zugang zu Verhütungsmitteln. Drittens wünsche ich mir, dass die Ökumene endlich nach vorn kommt, um die Hoffnungen vieler Christinnen und Christen, gemeinsam Abendmahl feiern zu können, nun endlich Realität werden zu lassen.

FTD-Online: Stichwort Verbot von Verhütungsmitteln: Was muss sich ändern?
Käßmann: Bei der Weltbevölkerungskonferenz in Kairo hat der Vatikan als Staat vor zehn Jahren eine wichtige Rolle unter denen gespielt, die das Recht auf Zugang zu Verhütungsmitteln für Frauen nicht gestatten wollten. Das finde ich hochproblematisch, weil wir wissen, wie viele Frauen in Ländern des Südens gerne verhüten würden - viele Kinder verhungern dort. Ich halte das für nicht menschlich. Im Zeitalter von Aids gibt es noch eine ganz besondere Komponente: Die Krankheit grassiert in Ländern südlich der Sahara. In Uganda haben wir gesehen: Wenn es Programme der Aufklärung gibt und die Kirche sich beteiligt, sinkt die Infektionsrate.
Bischöfin Käßmann: "Gleichmacherei kann nicht das Ziel sein"

FTD-Online: Was kann die katholische Kirche im Hinblick auf die Rolle der Frau in der Kirche von den Evangelisch-Lutherischen lernen?

Käßmann: Auch in der evangelischen Kirche hat es Jahrhunderte gedauert, bis klar wurde, dass es keine biblischen und theologischen Gründe gegen Frauen in Kirchenämtern gibt. Das hat auch die anglikanische Kirche inzwischen erkannt und setzt es um. Ich denke, es ist Zeit, dass es auch in der katholischen Kirche passiert. Es gibt viele hervorragend ausgebildete katholische Theologinnen und es ist einfach schade - vor allem bei dem Priestermangel -, dass hier die Zulassung zum Amt verwehrt wird.

FTD-Online: Johannes Paul II. hat das gemeinsame Abendmahl von Katholiken und Protestanten verhindert. Wie schnell wird es mit einem neuen Papst Reformen bei der Ökumene geben?

Käßmann: Ich meine, dass die theologischen Voraussetzungen geklärt sind. Allerdings müsste dann die römisch-katholische Kirche erklären, dass auch die lutherischen Kirchen Kirchen im vollen Sinne sind. Diesen Schritt wünschen wir uns, aber der ist seit Martin Luther strittig.

FTD-Online: Welches Thema sollte der neue Papst zuerst anpacken?
Käßmann: Mir fällt es schwer zu gewichten. Aber wenn ich die Situationen der Frauen weltweit sehe, dann liegt mir das am stärksten am Herzen.
FTD-Online: Inwiefern kann ein neuer Papst die Ökumene voranbringen?
Käßmann: Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gleichmacherei das Ziel sein kann. Die Verschiedenheit ist wichtig. Aber es müsste klar werden, dass die Verschiedenheit nicht eine Trennung bedeutet, die beispielsweise beim Abendmahl sichtbar wird. Versöhnte Verschiedenheit, also Gemeinschaft im Abendmahl und gegenseitige Anerkennung als Kirche und Anerkennung der Ämter, kann durchaus diese Verschiedenheit zulassen. Ich werde nicht römisch-katholisch und ich verlange auch nicht von römischen Katholiken, dass sie lutherisch werden. In der Vielfalt liegt auch ein Reiz.

FTD-Online: Die deutschen Kardinäle Joseph Ratzinger und Walter Kasper könnten Papst werden. Ist Kasper, der Mann der Ökumene, Ihr Wunschkandidat?

Käßmann: Da halte ich mich ganz zurück. Der berühmte Satz "Wer als Papst ins Konklave geht, kommt als Kardinal wieder heraus" hat sich immer wieder bewahrheitet. Karol Wojtyla wurde 1978 in keiner Zeitung der Welt als möglicher Kandidat genannt - insofern müssen wir abwarten. Es kann ja auch sein, dass der Heilige Geist überraschend wirkt.

FTD-Online: Welchen Unterschied macht es, ob der neue Papst aus Asien, Afrika oder Europa stammt?

Käßmann: Ich glaube in der Theologie macht das gar nicht so einen großen Unterschied, weil wir ähnliche theologische Ansätze in den unterschiedlichsten Ländern haben. Aber von der Symbolkraft her wäre es gerade in der Medienwelt ein wichtiger Schritt zu sagen: Das ist ein Mensch aus den Ländern des Südens.

FTD-Online: Wenn der neue Papst von der südlichen Halbkugel stammt, dann verliert Deutschland mit Kardinal Ratzinger womöglich einen wichtigen Mann im Vatikan, weil das Oberhaupt der katholischen Kirche sich selbst seinen Mitarbeiterstamm zusammenstellt. Das wäre eine Herabstufung der deutschen katholischen Kirche.

Käßmann: Ich würde das nicht so sehen. Im Zeitalter der Globalisierung würde die Kirche zeigen, dass sie die älteste globalisierte Organisation der Welt ist.
Mit Bischöfin Margot Käßmann sprach Melanie Ahlemeier



 

Kardinal Ratzinger nach seiner Wahl zum Papst

Kirchentag aktuell

Kontroverse Diskussionen über türkischen EU-Beitritt auf Kirchentag

Hannover (dpa) - Beim Evangelischen Kirchentag in Hannover hat es heute kontroverse Diskussionen über einen EU-Beitritt der Türkei gegegen. Dabei bekräftigten Angela Merkel und Franz Müntefering ihre unterschiedlichen Positionen. Die CDU-Chefin sprach sich erneut gegen eine EU-Mitgliedschaft aus. Sie sehe aber die Verhandlungen als im Grundsatz ergebnisoffen an. SPD-Chef Müntefering dagegen sagte, die Gründung der EU habe in Westeuropa über Jahrzehnte für Frieden gesorgt. Ihre Erweiterung sei eine einmalige historische Chance.

Hannover (dpa) - Scharfe Kritik an Auswüchsen des Kapitalismus und kontroverse Diskussionen über einen EU-Beitritt der Türkei haben den Evangelischen Kirchentag in Hannover am Donnerstag geprägt. Bundespräsident Horst Köhler warnte, die hohe Arbeitslosigkeit bedrohe das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gesellschaft.

Das Problem sei jedoch in den Griff zu bekommen. «Die Arbeit geht uns nicht aus», machte Köhler Mut. SPD-Chef Franz Müntefering betonte die Notwendigkeit, sozialpolitische Standards auf europäischer Ebene zu vereinbaren, um einer ungezügelten freien Wirtschaft Regeln zu geben.

CDU-Chefin Angela Merkel diskutierte mit Müntefering bei einer Europa-Veranstaltung. Wenige Tage nach dem Vorstoß für eine vorgezogene Bundestagswahl im Herbst hielten sich die Politiker aber mit Wahlkampfparolen zurück.

Der 30. Deutsche Evangelische Kirchentag war am Mittwochabend eröffnet worden. Rund 370 000 Menschen kamen zu einem stimmungsvollen «Abend der Begegnung» in der Innenstadt. Am Donnerstag waren auf dem Messegelände viele Hallen überfüllt. Bei strahlendem Sonnenschein machten es sich viele Besucher aber auch auf Grünflächen gemütlich.

Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann als Gastgeberin forderte Unternehmer auf, ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen und nicht nur nach Gewinn zu streben. Käßmann äußerte bei einer Bibelarbeit scharfe Kritik am Profitstreben mancher Unternehmen. So entlasse die Deutsche Bank ein paar tausend Mitarbeiter und mache gleichzeitig «satten Gewinn».

Bereits bei der Eröffnung hatte Käßmann mit Blick auf das Kirchentags-Motto «Wenn dein Kind dich morgen fragt...» kritisiert: «Wer nur Mobilität und Geld kennt, wem Egomanie und der DAX zum Götzen werden, in dessen Welt wahrhaftig keinen Platz.» Köhler hatte bei dem Gottesdienst vor «Erblasten» für die kommenden Generationen gewarnt. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) forderte, «ökonomische Effizienz» mit Gerechtigkeit zu verbinden, auch global.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, sprach sich am Donnerstag mit Blick auf Dumpinglöhne erneut für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns. «Arbeit darf nicht arm machen», sagte Bsirske. Stundenlöhne von 3 oder 4 Euro seien vor allem im Osten Realität. Dies sei «unmoralisch». Der Staat müsse «eingreifen».

Bei der Europa-Diskussion bekräftigten Merkel und Müntefering ihre unterschiedlichen Positionen zu einem EU-Beitritt der Türkei. Die CDU-Chefin sprach sich erneut gegen eine EU-Mitgliedschaft aus, die EU könne dies nicht verkraften. Sie sehe aber die Verhandlungen als im Grundsatz ergebnisoffen an. Müntefering dagegen sagte, die Gründung der EU habe in Westeuropa über Jahrzehnte für Frieden gesorgt. Ihre Erweiterung sei eine einmalige historische Chance. Voraussetzung für eine Aufnahme der Türkei sei aber, dass sie die Werte der EU-Grundrechte-Charta auch umsetze.

Köhler bezeichnete die Diskussion um einen EU-Beitritt der Türkei am Donnerstag als «verfrüht»: «Die Menschen- und Frauenrechte müssen in die Köpfe der Menschen, nicht nur aufs Papier.» Es müsse auch erst darüber diskutiert werden, was die «Seele Europas» sei. Der muslimische Glaube sei aber kein Argument, die Türkei «draußen zu lassen».

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, warnte vor islamistischen Tendenzen in der Bundesrepublik. «Eine Grenze ist dort zu ziehen, wo die Zulassung fremden Rechts zu Ergebnissen führt, die mit den wesentlichen Grundsätzen des deutschen Rechts nicht vereinbar sind», sagte er am Donnerstag laut Redemanuskript. Grenzen seien erreicht, wenn Menschen verletzt, Rechte von Frauen eingeschränkt und gegen den Tierschutz verstoßen werde.
Am Freitag will Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Kirchentag kommen.
erschienen am 26.05.2005 um 16:48 Uhr


 

Monatsgruß Mai 2005

Ab sofort steht der Monatsgruß Mai 2005 zum Download bereit. Im Archiv können die Ausgaben ab März 2005 nachgelesen werden. Sie benötigen dazu den Acrobat Reader. In der jeweiligen Ausgabe des Monatsgrß sind auch die Gottesdienstzeiten in der Arche und der Christuskirche aufgeführt.

Monatsgruß Mai 2005 Online



 

Arche Dittelbrunn Unsere Gottesdienste feiern wir um 9.30 Uhr in der Christuskirche und um 10.45 Uhr in der Arche Dittelbrunn.

Editorial Mai 2005

Welche Entlohnung der Arbeit ist gerecht ?
Diese Frage beschäftigte schon die Arbeiter im Weinberg. Wenn wir in diesen Tagen einen Blick in die Zeitungen werfen, so läßt sich die Diskussion um "assoziales Verhalten von Teilen der Unternehmerschaft" und "eine für den Wirtschaftsstandort Deutschland schädliche Diskusson" lokalisieren. Schlagwortabtausch "grenzenloser Kapitalismus" und "Ausbeutung" bestimmen den Inhalt dieser Diskussion.
Die Wirtschaft reagiert zunehmend gereizter auf die Kapitalismus-Kritik von SPD-Chef Franz Müntefering, die Umfragen zufolge von weiten Teilen der Bevölkerung geteilt wird. Er sei zutiefst enttäuscht und erbost, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, im ZDF. "Ich finde es zum Kotzen, was derzeit in dieser Republik abläuft."
Soweit der Originalton. Die Stilistik der Sprache bedarf keines Kommentares sie entlarvt sich selbst.
Wer hat Recht und wer wird zu Unrecht an den Pranger gestellt ? "Eigentum verpflichtet" lesen wir im Grundgesetz und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, verwies in einem Interview der Tageszeitung WELT auf die große Verantwortung der Wirtschaft für das soziale Klima im Lande. Dies hätten "noch nicht alle Verantwortungsträger verinnerlicht", sagte er. Eines vorweg, Schlagwortabtausch und Phrasendrescherei sind fehl am Platz. Es geht auch vordergründig nicht um die Frage ob die Entlohnung des Herrn Ackermann gerecht oder ungerecht ist. Es geht um eine befremdliche und verantwortungslose Verhaltensweise gegenüber einzelnen Menschen, denen im Rahmen der Globalisierung die Identität und das Fundament geraubt wird. Es geht nicht um verantwortungsvolle Unternehmer die Takt, Anstand,Verantwortung und Ethik in ihrem wirtschaftlichen Handeln offenbaren. Es geht um die grenzenlose Ökonomisierung unseres ganzen Lebensraumes. Es geht um Menschen die den Halt verlieren und nicht mehr nachvollziehen, was um sie herum passiert. Und es geht um Menschen, die ihr Handeln mit dem starken Wettbewerb auf dem Weltmarkt und der fehlenden Wettbewerbsfähigkeit aufgrund "des ungünstigen Investitionsklimas in Deutschland" rechtfertigen. Gilt also die Aussage "der Zweck heiligt die Mittel ?" Nein, keinesfalls. Unternehmerisches Handeln ist für viele kleine und mittelständische Unternehmen ein täglicher Kampf ums Überleben, und es spricht nichts dagegen nach gangbaren und vertretbaren Wegen zu suchen ohne Existenzen zu vernichten.
Dies bedeutet jedoch nicht, daß Menschen, die in diesen Zeiten in einem abhängigen Verhlältnis in Lohn und Brot stehen eingeschüchtert werden dürfen, sodaß diese Menschen Angst und Unzufriedenheit plagen. (rk)

Abschließend sei noch an die Sprüche 28,22 erinnert "Wer habgierig ist, jagt nach Reichtum und weiß nicht, daß Mangel über ihn kommen wird."


 

Sommerfest der Christuskirche

Am Sonntag den 3 Juli feiern wir in unserer Gemeinde unser alljährliches Gemeindefest zu dem wir Sie alle recht herzlich einladen. Nach dem Gottesdienst beginnt der Festbetrieb rund um die Christuskirche. Wir hoffen auf gutes Wetter und freuen uns auf Ihr Kommen.


 

Editorial Juli 2005

"Spart euch die Kirche ",
dieser Slogan "schreit" derzeit von verschiedenen Werbetafeln in der ganzen Stadt. Trivial, plakativ - im Sinne des Wortes und undifferenziert in der Substanz. Eine kurze Recherche und nach kurzem Suchen treffe ich auf eine Website, die mit der "der Kirche" ins Gericht geht. "Die Kirche kennt keine Gnade", "der Reichtum der Kirche ist Blutgeld" usw. . Der Autor dieser und ähnlicher Websites Ralf Speis outet sich als Sprecher der Initiative. So zitiert die ZEIT im Jahr 2002 Speis in einem Artikel " Die Kirche sei eine geheimnisvolle Institution mit antidemokratischer Machtstruktur, behaupten Kritiker wie Hubertus Mynarek oder Ralf Speis von der Würzburger Initiative "Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche". Sie habe seit Jahrhunderten vertuscht, verheimlicht, versteckt, habe Täter gedeckt, Opfer ignoriert, ihre Glaubwürdigkeit als moralische Autorität verloren. " In einer Stellungnahme der Arbeitsstelle für Weltanschauungsfrage entdecke ich einen weiteren und entscheidenden Hinweis auf die geistige Urheberschaft . So lesen wir dort "..."Regierung und Volk: spart euch die Kirche" steht auf Plakaten, die seit Wochen bundesweit auftauchen. Kürzlich wurde zum Beispiel auch in Stuttgart-Möhringen plakatiert. Die Plakate stammen von der "Initiative Mahnmal für Millionen Opfer der Kirche", die wie ihr Sprecher Ralf Speis der Gruppe "Universelles Leben" (UL) mit Hauptsitz in Würzburg zuzuordnen ist."

Nun denn, es lohnt sich in der Tat nicht weiter darüber zu berichten. Erfreuen wir uns an unserem Glauben an Gott und unserem Gemeindeleben. Wir sind froh, daß unter dem Dach der EKD und der Landeskirche ein reges Gemeindeleben möglich ist.

Ich wünsche Ihnen allen eine erholsame Urlaubszeit und kommen Sie wieder gesund zurück. Das wünscht Ihnen rk. (30.6.2005)


 

Herzlich willkomen in Dittelbrunn in der Arche

DITTELBRUNN (PST) Die lange Vakanz an der evangelischen Pfarrstelle Arche in Dittelbrunn geht zu Ende. Der Kirchenvorstand hat sich unter drei von der Landeskirche vorgeschlagenen Bewerbern für Grit Plößel, die bisher in Bad Neustadt wirkte, entschieden. Die Pfarrerin wird ihr Amt voraussichtlich im September antreten. Damit ist die zweite Pfarrstelle der Christuskirche Schweinfurt nach wiederholter Wartezeit wieder besetzt. Die gebürtige Erlangerin ist 33 Jahre alt und hat ihre Jugendzeit in Frauenaurach verbracht. Ihr Vater, ebenfalls Pfarrer, stammt aus Schweinfurt. Nach dem Abitur leistete sie bei Siemens ein Praxisjahr ab, ehe sie das Theologiestudium ergriff, dem sie sich in Erlangen und Hamburg widmete. Als Nebenfach studierte sie Kirchenmusik, der ihre besondere Liebe gilt. So hat sie sich nicht nur als Organistin mit C-Prüfung, sondern auch im Chor- und Sologesang ausbilden lassen.
Ihre Vikariatszeit führte sie nach Goldkronach, einer Gemeinde am Stadtrand von Bayreuth. Seit September 2001 betreut sie eine Pfarrstelle in Bad Neustadt, wo sie auch ordiniert wurde. Dort gehörten verschiedene Gottesdienstangebote für Kinder und Familien, der Aufbau der Jugendarbeit, der Dienst in zwei Seniorenheimen und der Kontakt zu Aussiedlern zu ihren Aufgaben. So gestaltete sie Taizé-Gottesdienste, den Weltgebetstag, Waldweihnacht, Krabbel- und Familiengottesdienste. Im September 2002 wurde sie zur Dekanatsjugendpfarrerin ernannt.
Am Dienst in der Arche reizt sie nach ihren Angaben das vor einigen Jahren erarbeitete Leitbild einer offenen und bunten Gemeinde, das unter dem Schlagwort "Hier trifft sich Gott und die Welt" steht. Ihren Grundsatz "Gerne arbeite ich in einem Team" möchte sie auch in der Arche verwirklichen. Dem Pfarrsprengel gehören 1800 Gemeindeglieder aus der Haardt in Schweinfurt, aus Dittelbrunn, Hambach, Holzhausen, Pfändhausen und Maibach an.
Ein Bericht unseres Kirchenvorstandes Peter Starkmann (c) Schweinfurter Tagblatt 15.04.2005
Wir freuen uns auf ihr kommen und begrüßen Sie schon jetzt recht herzlich.


 

Sterbehilfedebatte

Bonn (epd). In der aktuellen Debatte um die Sterbehilfe hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, vor einem unwürdigen Umgang mit dem Tod gewarnt. Mehr (EKD Texte N° 80 "Sterben hat seine Zeit, Überlegungen zum Umgang mit Patientenverfügungen aus evangelischer Sicht")
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EKD Ratsvorsitzender Wolfgang Huber

 

Taizé-Gründer getötet
Frère Roger bei Abendgebet mit Stichwaffe angegriffen
Frère Roger, der Gründer der internationalen ökumenischen Gemeinschaft Taizé, ist getötet worden. Das bestätigte ein Sprecher der Gemeinschaft in Frankreich heute.de. Eine psychisch Gestörte habe ihn während des Gebets mit einer Stichwaffe angegriffen und schwer verletzt.
16.08.2005

Zitat
"Niemand versteht, was gerade passiert ist."
Mitglied von Taizé

Obwohl sofort Hilfe geleistet worden sei, sei der Geistliche den Verletzungen erlegen. Nach Angaben einer Augenzeugin wurde Frère Roger blutend aus dem Gottesdienst getragen. An der Abendandacht hatten rund 2500 Menschen teilgenommen. Der Tod des Protestanten überschattet auch den Weltjugendtag in Köln.

Frau festgenommen
Die Polizei hat inzwischen eine 36-jährige Rumänin festgenommen. Die Frau habe den 90-Jährigen mit einem Messer dreimal in den Rücken gestochen und sei in Untersuchungshaft genommen worden, verlautete von der französischen Polizei. "Wir stehen unter Schock", sagte ein Mitglied der ökumenischen Glaubensgemeinschaft in Taizé. "Niemand versteht, was gerade passiert ist."

Papst Benedikt XVI. hatte Frère Roger bei der Totenmesse für seinen Vorgänger Johannes Paul II. im April überraschend die Kommunion erteilt, was eigentlich der katholischen Lehre widerspricht. In dem französischen Kloster Taizé werden schon seit längerem während der Gebetszeiten gleichzeitig das evangelische Abendmahl und die katholische Kommunion verteilt.

Gemeinschaft 1940 gegründet
Frère Roger hatte die ökumenische Gemeinschaft der Taizé-Brüder 1940 im ostfranzösischen Burgund gegründet. Sie erfreut sich vor allem bei jungen Christen aus aller Welt großer Beliebtheit. Die ökumenische Gemeinschaft will das Anliegen ihres Gründers verwirklichen und die Spaltung der Christen überwinden.

Im Mai 1940 war Roger Schutz, Sohn eines Schweizer Pastors, in dem inmitten der Weinhänge des Burgund gelegenen Dorf Taizé eingetroffen, wo er sich in einem verlassenen Haus einrichtete. Geleitet von dem Vorbild seiner Großmutter, die im Ersten Weltkrieg französische Flüchtlinge aufgenommen hatte und sich bemühte, die durch den Krieg verfeindeten Christen miteinander auszusöhnen, setzte er sich das Ziel, Taizé zu einer Stätte des Gebets, des Friedens und der Aussöhnung zwischen allen Menschen christlichen Glaubens zu machen.

Auch Jahrzehnte später wunderte sich Frère Roger immer noch über den enormen Widerhall, den sein Gedanke vor allem bei jungen Leuten findet. Jahr um Jahr strömen Hunderttausende in Taizé zum Gebet, zum Nachsinnen über den eigenen Glauben oder zum Gespräch mit den Brüdern aus mehr als 25 Ländern zusammen, die selbst verschiedenen christlichen Konfessionen angehören.
(c) ZDF / rk 17.08.2005 7.00


 

Frère Roger

Spendenaufruf

Die Flutkathastophe in den USA hat eine Vielzahl von Menschen in bittere Amut und Verzweflung gerissen. Auch im Hinblick auf unseren Monatsspruch möchte ich Sie bitten recht zahlreich für diese Menschen zu spenden.
Am besten gleich online über die Kathastrophenhilfe des Diakonischen Werkes.
Dafür Ihnen recht herzlichen Dank. Ihr Webmaster rk.


 

Bischoff Huber gratuliert Kardinal Lehmann

Mit einem Schreiben an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, gratuliert der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, zu dessen Wiederwahl. Huber freue sich „ganz außerordentlich“, dass der Mainzer Bischof zum vierten Mal zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt wurde. Karl Kardinal Lehmann habe in den vergangenen Jahren mit großem Engagement und in einer persönlich überzeugenden Weise die ökumenische Situation in unserem Land geprägt, schreibt der Ratsvorsitzende in einem Brief kurz nach der Wahl, in dem er dem Wiedergewählten, „von Herzen im Namen des Rates der EKD“.
(c) Text und Bild ekd


 

Was ich meiner Kirche ins Stammbuch schreibe

Es ist wieder soweit. Eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens hat sich bereit erklärt einen Eintrag ins Stammbuch unserer Kirche zu machen. Nachdem im letzten Jahr Herr Stelzer von der Bundesagentur für Arbeit bei uns war, begrüßen wir diesmal Fritz Roßteuscher aus Schwebheim. Wer kennt ihn nicht. Engagement für die Umwelt, sein Mut neue Wege zu gehen auch unter eigener Auslegung so mancher Vorschriften , hat ihn schon als Bürgermeister von Schwebheim zu einer Legende werden lassen. Nicht nur sein Sohn Rolf Roßteuscher dürfte überrascht sein, wenn Fritz Roßteuscher die Kanzel besteigt. Das Sonntags Special beginnt wie immer um 10.45 Uhr in der Christuskirche.


 

(Willi Erl ,vor einigen Jahren)

Die Christuskirche feiert Geburtstag

Vor vierzig Jahren wurde aus dem Provisorium die heutige Christuskirche. Am 22. und 23. Oktober wird dieses Geburtstagskind "gefeiert".
Am Samstag den 22.10.2005 findet um 18.00 Uhr ein Jugendgottesdienst für Jugendliche und Jungebliebene statt.
Am Sonntag feiern wir ab 10 Uhr einen Festgottesdienst. Die musikalische Gestaltung übernimmt das Pfaffenhofener Kammerorchster unter der Leitung von Konzertmeister Manfred Leopold und Dekanatskantorin Andrea Balzer. Vor und nach dem Gottesdienst informieren die Gruppen und Kreise in unserer Gemeinde über Ihre Tätigkeit. Sie alle sind recht herzlich eingeladen mitzumachen und an unseren Gottesdiensten teilzunehmen.


 

Nachträglicher Glückwunsch

Im August wurde unser Vorsitzender des Kirchenvorstandes Hans Jörg Menschner 70 Jahre alt. Auch an dieser Stelle ein nachträglicher und verspäteter Glückwunsch zu diesem runden Geburtstag. Ein Stützpfeiler und Mahner in unserer Gemeinde, aktiv, engagiert und viel Erfahrung bringt er in unsere Gemeinde mit ein. Ein herzlicher Dank und Gottes Segen.


Pfarrerin Grit Plößel eingeführt

DITTELBRUNN (PST) Ihren Dienst hat sie zwar schon am 1. September angetreten; jetzt wurde sie sie auch in ihr Amt als erste Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde eingeführt: Grit Plößel erhielt in einem Festgottesdienst die Urkunde des Landeskirchenrates überreicht, in der ihr offiziell das Hirtenamt an der Arche übertragen wurde.
Ausgehend von dem Wochenspruch "Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat" ermutigte sie Dekan Walter Luithardt , auch schwierige Situationen in ihrem Beruf zu meistern. Grit Plößel sei bereits durch ihren Vater, der vor Jahren in der Schweinfurter Jugendarbeit tätig war, mit der Stadt verbunden. Als Seelsorgerin der Arche-Gemeinde könne sie sich auf die tatkräftige Hilfe der ehrenamtlichen Mitarbeiter verlassen.

"Worüber predigt man in so einem Gottesdienst", fragte Grit Plößel zu Beginn ihrer Ansprache. Zuerst habe sie an das Versprechen Gottes gegenüber Abraham gedacht: "Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein." Dann habe sie sich jedoch für die Heilung eines Knaben im Neuen Testament entschieden, wobei sie auf die Hilflosigkeit der Menschen hinwies. Hinzu kämen Zweifel an der Kirche, die in den Augen mancher Leute viel rede, aber wenig tue. Anhand der Geschichte forderte sie dazu auf, zu glauben, auch ohne zu sehen.

Eine Abendmahlsfeier schloss sich an, in deren Verlauf der Chor "Camerata vocale" unter Leitung von Mark Dillinger aus Bad Neustadt die Bach-Motette "Lobet den Herrn alle Heiden" aufführte. Daneben war eine Abordnung ihrer bisherigen Pfarrstelle aus Bad Neustadt zur Amtseinführung von Plößel gekommen. Für die katholische Nachbargemeinde Sankt Rochus brachten Pfarrer Gerhard Staudt und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Gunter Reuchlein, von der politischen Gemeinde Bürgermeister Michael Herterich ihre Freude über die Neubesetzung der Pfarrstelle zum Ausdruck.
(c) Schweinfurter Tagblatt / Bild und Bericht Peter Starkmann


 

Atempause ab November

Atempausen
Eine Andacht mit Taizegesängen zum Ruhigwerden, Ausspannen und Nachdenken in einer mit vielen Kerzen erleuchteten Kirche.

Die Atempausen beginnen in diesem Jahr im November und finden immer am ersten Samstag im Monat statt. Beginn im November 17.00 Uhr in der Arche Dittelbrunn.









 

Neuer Zivi in der Christuskirche

Endlich ... Seit Oktober hat unsere Gemeinde wieder einen neuen "Zivi". Sein Name Waldemar Reitz, 20 Jahre alt aus Hirschfeld. Seine handwerklichen Fähigkeiten hat er bereits durch seine abgeschlossene Ausbildung zum Parkettleger unter Beweis gestellt.
Wir begrüßen Waldemar Reitz in unserer Gemeinde und freuen uns, daß er uns unterstützt. Für seine Aufgabe wünschen wir ihm Schaffenskraft und Gottes Segen.


 

Von guten Mächten treu und still umgeben

Die Jahreswende ist für viele Menschen ein markanter Wendepunkt. Wir blicken zurück auf Ereignisse des vergangenen Jahres. Für das kommende Jahr werden Vorsätze gefaßt. Wir dürfen dies voller Zuversicht und Vertrauen tun.

Der Jahreswechsel 1999 / 2000 verdeutlichte dies in besonderem Maße. Von Unglück und Weltuntergangsängsten wurde gesprochen. Viele waren verunsichert. Aber dazu bestand kein Grund. Im Gegenteil. 2000 Jahre Kontinuität mit der Zuversicht und in der Geborgenheitunseres himmlischen Vaters. Wenngleich wir zeitweise von seiner Seite weichen so steht er bis zum jüngsten Tag an unserer Seite. Hoffnung, Freude und Barmherzigkeit sind auch für die kommend Zeit sicher. Es gibt keinen Grund Angst und Ungewissheit auf sich wirkenzu lassen. Vielmehr ist es ein Zeitpunkt zu danken. Zu danken für das zurückliegende Jahr.Sicherlich sind Katastrophen geschehen, Unglücke passiert und vielleicht hat uns ein lieberMensch für immer verlassen. Aber nicht alles können und dürfen wir unserem Herrgott
"anlasten". Jesus Christus hat am Kreuz für uns unsagbar mehr getragen und Lasten auf sich genommen.

Bei den Hebräern lesen wir (13,8) :"Jesus Christus gestern und heute und derselbs auch in Ewigkeit".Und in einer Textstelle aus China lesen wir:

Ich sagte zu dem Engel, der an der Pforte des neuen Jahres stand: "Gib mir ein Licht, damit ich sicheren Fußes der Ungewißheit entgegengehen kann ! Aber er antwortete: Gehe nur hin in die Dunkelheit und lege deine Hand in die Hand Gottes !

Das ist besser als ein Licht und sicherer als ein bekannter Weg. Beschreiten Sie alle in dieser Gewissheit diesen Weg und vertrauen Sie Gott unserem allmächtigen Vater.

Unser Gesangbuch begleitet uns mit folgenden Liedern (Auswahl)
Nun laßt uns gehn und treten (58)
Freut euch ihr lieben Christen all (60)
Das Jahr geht still zu Ende (63)
Der du die Zeit in Händen hältst (64)
Von guten Mächten treu und still umgeben (65)


Bei Prediger (3,1-14) lesen wir:

1 Alles hat seine Stunde,
und es gibt eine Zeit für jegliche Sache unter dem Himmel: 2 Eine Zeit für die Geburt und eine Zeit für das Sterben, eine Zeit zu pflanzen und eine Zeit, das Gepflanzte auszureißen, 3 eine Zeit zu töten und eine Zeit zu heilen, eine Zeiteinzureißen und eine Zeit aufzubauen, 4 eine Zeit zu weinen und eine Zeit zu lachen, eine Zeit zu klagen und eine Zeit zu tanzen, 5 eine Zeit, Steine wegzuwerfen, und eine Zeit, Steine zu sammeln, eine Zeit zu umarmen und eine Zeit, sich der Umarmung zu enthalten, 6 eine Zeit zu suchen und eine Zeit zu verlieren, eine Zeit aufzubewahren und eine Zeit fortzuwerfen, 7 eine Zeit zu zerreißen und eine Zeit zu nähen, eine Zeit zu schweigen und eine Zeit zu reden, 8 eine Zeit zu lieben und eine Zeit zu hassen, eine Zeit des Krieges und eine Zeit des Friedens.

Zufrieden mit Gottes Gaben
9 Was bleibt dem Geschäftigen übrig von dem, womit er sich müht? 10 Ich besah die Plage, die Gott den Menschen verlieh, sich damit abzumühen. 11 Alles hat er schön gemacht für die rechte Zeit, auch das Weltgeschehen gab er ihnen zur Überlegung; freilich kann der Mensch das Werk nicht ergründen, das Gott vollbringt vom Anfang bis zum Ende. 12 Ich erkannte, daß es nichts Besseres gibt für den Menschen, als sich zu freuen und es sich wohl sein zu lassen in seinem Leben. 13 Auch daß eglicher Mensch ißt und trinkt und es sich wohl sein läßt trotz all seiner Mühe, ist eine Gabe von Gott. 14 (Pred 3,1)


 

Zum Tode von Johannes Rau

Der frühere Bundespräsident Johannes Rau ist im Alter von 75 Jahren am 27.1.2006 nach langer Krankheit verstorben.

Anerkennung, Respekt, Achtung, Trauer und Wertschätzung waren die ersten Reaktionen aus dem In- und Ausland. Als Christ von vielen als "Bruder Johannes" belächelt, zeigte er sich nicht nur bibelkundig sondern auch aktiv in unserer evangelischen Kirche. Mehr..


 
 

Der frühere Bundespräsident Johannes Rau ist im Alter von 75 Jahren am 27.1.2006 nach langer Krankheit verstorben.

Anerkennung, Respekt, Achtung, Trauer und Wertschätzung waren die ersten Reaktionen im In- und Ausland. Als Christ von vielen als "Bruder Johannes" belächelt, zeigte er sich nicht nur bibelkundig sondern war auch aktiv der evangelischen Kirche tätig.

Für Johannes Rau waren Mitmenschlichkeit, die Würde des Menschen und Achtung der Schöpfung keine leere Floskel. Zurecht erinnerte er daran, daß in unserem Grundgesetz steht "die Würde des Menschen ist unantastbar, und nicht die Würde der Deutschen".

Wo er helfen konnte tat er dies, oftmals im Verborgenen. Wo sich Unrecht und Ungerechtigkeit auftaten, sprach er dies auch in seinem Amt als Bundespräsident an.

Als er einmal gefragt wurde ob er Angst vor dem Tod habe antwortete er "nein davor nicht , nur vor dem Sterben".

Johannes Rau war ein Mensch und Politiker "zum Anfassen", ein Mensch mit Vorbildfunktion. Zuhören und Achtung gegenüber seinen Mitmenschen waren charakteristisch. Er war sich der Endlichkeit des Lebens stets bewußt und dies in der festen Überzeugung, daß für den Menschen mit dem Tode "nicht alles vorbei ist".

Wir danken Johannes Rau und nehmen Abschied. Gleichzeitig gelten unser Gebet und unsere Gedanken seiner Frau und seinen Kindern.

"Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, daß er über Tote und Lebendig Herr sei." Römer 14,8 9


R.Krauss 27.01.2006 12:45/22:50


Pressemitteilung der EKD

Tiefe Trauer über den Tod von Johannes Rau
„In überzeugender Weise christliche Grundhaltungen gelebt“

27. Januar 2006

Mit tiefer Trauer hat der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) die Nachricht aufgenommen, dass Johannes Rau heute morgen gestorben ist. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, erinnerte an das Leben und Wirken des Bundespräsidenten, der als evangelischer Christ ein Leben lang in außerordentlicher Weise öffentliche Verantwortung wahrgenommen hat. Das Zeugnis seines Glaubens hat viele Menschen in der evangelischen Kirche wie auch weit darüber hinaus ermutigt, ihren Glauben zu leben: „Unser Bruder Johannes Rau hat gelebt, wovon er stets gesprochen hat: die Menschen zu lieben“, so Wolfgang Huber. „Unser tiefes Mitgefühl gilt in diesem Augenblick besonders seiner Familie.“ Die evangelische Kirche wie unser Land verlieren mit ihm eine herausragende Stimme, die sowohl innerhalb seiner Landeskirche, der EKD und der Ökumene als auch in Politik und Gesellschaft gehört wurde. Johannes Rau hat in überzeugender Weise christliche Grundhaltungen gelebt. Daran erinnert sich die evangelische Kirche in großer Dankbarkeit.

Hannover / Loccum, 27. Januar 2006

Landesbischof Friedrich zum Tod von Altbundespräsident Johannes Rau
"Trauer, Mitgefühl und dankbare Erinnerung"

Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern
27. Januar 2006

Mit großer Trauer reagiert die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern auf den Tod von Alt-Bundespräsident Dr. Johannes Rau:

„Unser Mitgefühl gilt in diesen Stunden seiner Familie“, so Landesbischof Dr. Johannes Friedrich. „Wir schließen diesen großen Staatsmann und evangelischen Christen in unsere Gebete ein in der Gewissheit, dass er nun fröhlich seinem Herrn entgegentreten kann.

In Dankbarkeit erinnern wir uns an seine Rede vor der Landessynode im Herbst 2001 in Erlangen. Dem ‚bergisch reformierten’ Protestanten Johannes Rau lag, das war deutlich zu erkennen, viel an der Sache der Kirche. Zur Verabschiedung des ehemaligen Synodalpräsidenten Dieter Haack reiste er eigens an und hielt eine Rede, in der er sich zu zentralen Anliegen äußerte, die bis heute nichts von ihrer Brisanz und Wichtigkeit verloren haben, sei es zur Förderung von Palliativmedizin und Hospizbewegung, zu ethischen Fragen oder auch zur Ökumene.

Wörtlich sagte Johannes Rau damals: ‚Und ich glaube: der Ruf nach der Einheit der Christen darf nicht verstummen, vor allem unter den Christen nicht. Und darum bin ich ein ökumenischer Christ und nicht nur ein Reformierter und nicht nur ein Evangelischer.’ Dass ein Bundespräsident so klare Worte finden wollte und konnte, hat uns damals erfreut und erfüllt uns heute neben dem Gefühl der Trauer und des Verlustes auch mit einer tiefen Dankbarkeit in der Erinnerung an diesen glaubwürdigen Christen und Politiker. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern trauert um einen großen Menschen.“

München, 27. Januar 2006



Biographie:

1931

16. Januar: Johannes Rau wird in Wuppertal-Barmen als drittes von insgesamt fünf Kindern des Evangelisten und Predigers Ewald Rau und der Hausfrau Helene Rau geboren.
Bereits als Gymnasiast engagiert sich Rau in der Bekennenden Kirche und in Bibelkreisen.

1948
Rau bricht seine Schulzeit ab und verlässt das Gymnasium.

1949-1951
Lehre als Verlagsbuchhändler in Wuppertal und Besuch der Buchhändlerschule in Köln. Parallel dazu engagiert sich Rau bereits politisch und wird journalistisch tätig. So arbeitet er ab 1949 als freier Mitarbeiter für die in Wuppertal erscheinende Westdeutsche Rundschau. Seine Beiträge befassen sich vor allem mit kirchlichen und kulturellen Themen.

1952-1954
Zunächst Verlagsbuchhändler in seinem Lehrbetrieb in Wuppertal, ab 1953 Lektor und Vertreter im Luther-Verlag und beim Eckart-Verlag in Witten.

1952
2. Dezember: Aus Protest gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik tritt Rau in die von Gustav Heinemann am 29./30. November mitgegründete "Gesamtdeutsche Volkspartei" (GVP) ein. Er wird zum Kreis- und Ortsvorsitzenden von Wuppertal bestimmt.

1953
Veröffentlichung seiner beiden ersten Erzählungen "Keine spielt wie Gisela" und "Klaus und das Feuer" unter eigenem Namen. Darin beschreibt Rau die Schwierigkeiten junger Menschen mit sich selbst und wie sie ihren Weg zu Jesus finden.

1954-1967
Geschäftsführer des Jugenddienst-Verlages in Wuppertal. Ab 1962 wird Rau Vorstandsmitglied und ab 1965 Direktor des Verlages.

1954
Redaktionsmitglied der "Gesamtdeutschen Rundschau".

1957
Nach der Auflösung der GVP tritt Rau in die SPD ein.

1958-1962
Vorsitzender der Jungsozialisten in Wuppertal.

1958-1999
Mitglied des Landtages Nordrhein-Westfalen. 1962 bis 1970 gehört er dem Vorstand der SPD-Landtagsfraktion an. 1967 bis 1970 übernimmt er den Vorsitz der SPD-Fraktion.

1959-1968
Vorstandsmitglied und ab 1962 stellvertretender Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Wuppertal.

1962
Eintritt in die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

1964-1978
Mitglied des Wuppertaler Stadtrates. 1964 bis 1967 ist er Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Wuppertal.

1965-1999
Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland. Stellvertretendes Mitglied der Leitung der Evangelischen Kirche im Rheinland.

1966-1974
Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages.

1968-1999
Mitglied des Parteivorstandes der SPD auf Bundesebene.

1969/70
Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal.

1970-1978
Minister für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen. Rau initiiert unter anderem die Gründung der fünf nordrhein-westfälischen Gesamthochschulen in Duisburg, Essen, Paderborn, Siegen und Wuppertal 1972. 1974 kommt die Fernuniversität Hagen hinzu.

1972
10. Okotber: Auf Geheiß von Rau in seiner Funktion als Minister für Wissenschaft und Forschung wird der Kunstprofessor Joseph Beuys aus seinem Amt entlassen. Beuys hatte zusammen mit Studierenden das Sekretariat der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf besetzt, um jedem, der wollte, das Kunststudium zu ermöglichen.

1973-1998
Mitglied des SPD-Landesvorstandes Nordrhein-Westfalen.

seit 1977
Mitglied des Kuratoriums des Gustav-Heinemann-Bürgerpreises.

1977-1998
Vorsitzender des SPD-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen.

seit 1978
Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Kunstsammlung des Landes Nordrhein-Westfalen.

1978-1999
Mitglied des Parteipräsidiums der SPD auf Bundesebene.

1978-1998
Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. In seine Zeit als Ministerpräsident fallen vor allem die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Bundeslandes infolge der Kohle- und Stahlkrise. 1984 legt er das vielbeachtete Konzept "Landesinitiative Zukunftstechnologien" und ein umfassendes Umweltschutzprogramm vor. In seine Amtszeit fallen vier Landtagswahlen. Bei den ersten drei Wahlen 1980, 1985 und 1990 erreicht die SPD die absolute Mehrheit. 1995 erlangt die SPD nur die einfache Mehrheit.

seit 1981
Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Lufthansa AG.

seit 1982
Kuratoriumsvorsitzender der Heinz-Kühn-Stiftung.

1982
Heirat mit Christina Delius (geb. 1956), einer Enkelin des früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann. Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor: Anna Christina (geb. 1983), Philipp Immanuel (geb. 1985) und Laura Helene (geb. 1986).

1982-1999
Stellvertretender Vorsitzender der SPD.

1982/83
In seiner Funktion als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen wird Rau turnusgemäß Bundesratspräsident.

seit 1985
Mitherausgeber der Monatszeitschrift "Evangelische Kommentare".

1985
15. September: Die SPD nominiert Rau zum Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 1987. Die Möglichkeit einer rot-grünen Koalition lehnt Rau entschieden ab.

seit 1986
Vorsitzender des Stiftungsrates der nordrhein-westfälischen Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege.

1986
Rau erhält als erster Deutscher die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät Haifa/Israel.

1987
25. Januar: Nach der Wahlniederlage bei den Bundestagswahlen, bei denen die SPD 37,0 %, die CDU/CSU 44,3 %, die F.D.P. 9,1 % und die GRÜNEN 8,3 % der Stimmen erhalten, lehnt Rau die Übernahme des Parteivorsitzes der SPD ab.

1988
Februar: Bei der Montan-Konferenz mit Bundeskanzler Helmut Kohl erreicht Rau in seiner Funktion als nordrhein-westfälischer Ministerpräsident den Beschluss eines umfassenden Hilfsprogramms für eine Beschleunigung des wirtschaftlichen Strukturwandels im Ruhrgebiet.
Rau vermittelt im Streit um die Schließung der Stahlhütte Rheinhausen.

seit 1990
Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Kunst und Kultur.

1990-1994
Vorsitzender des Vermittlungsausschusses von Bundesrat und Bundestag.

1991
Dezember: Die nordrhein-westfälische Regierung unter Rau verabschiedet den Haushalt 1992, der eine Neuverschuldung von 5,4 Milliarden DM vorsieht. Die Regierung wird daraufhin von den Oppositionsparteien stark kritisiert. Rau räumt auf dem SPD- Landesparteitag eine "Schwächephase" der Regierung ein.

1991/92
Rau unterstützt Björn Engholm bei seiner Wahl zum SPD-Parteivorsitzenden und zum SPD-Kanzlerkandidaten.

1992
Juli: Wegen eines bösartigen Tumors wird Rau die linke Niere entfernt. Im November kann er seine Arbeit wieder aufnehmen.

seit 1993
Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Bibel und Kultur.

1993
Mai-Juni: Nach dem Rücktritt Engholms als Bundesvorsitzender der SPD übernimmt Rau den Vorsitz der Partei für eine Übergangszeit bis Rudolf Scharping zum neuen Vorsitzenden gewählt wird.
13. September: Nominierung als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten durch den SPD-Parteivorstand.


1994
23. Mai: Bei der Wahl der Bundesversammlung für das Amt des Bundespräsidenten unterliegt Rau im dritten Wahlgang mit 605 Stimmen dem Kandidaten der Union, Roman Herzog, der 696 Stimmen erhält.

1994/95
In seiner Funktion als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen wird Rau erneut turnusgemäß Bundesratspräsident.

seit 1995
Ehrenmitglied des Jerusalemer "Israel-Museums".

1995
Mai: Bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen erreicht die SPD nur 46,0 % der Stimmen und verfehlt damit die absolute Mehrheit.
Juli: Rau wird mit den Stimmen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen zum fünften Mal in Folge zum nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten diesmal einer rot-grünen Regierung gewählt. Vorrangige Ziele der neuen Regierung sind der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und ein wirksamer Umweltschutz.
Rau wird für seine Initiative "Wald der deutschen Länder", bei der man für 15 Mark einen Olivenbaum kaufen und in der Wüste Negev/Israel pflanzen lassen konnte, vom Jüdischen Nationalfonds als erster Deutscher mit einem Goldenen Olivenzweig ausgezeichnet.

1997
Verleihung der Ehrendoktorwürde der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum.

1998
März: Rau kündigt den Rückzug aus seinen nordrhein-westfälischen Ämtern an.
23. Mai: Rücktritt als nordrhein-westfälischer Landesvorsitzender der SPD. Sein Nachfolger wird der von ihm vorgeschlagene Franz Müntefering (geb. 1940).
27. Mai: Rücktritt als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Sein Nachfolger wird der von ihm vorgeschlagene Wolfgang Clement (geb. 1940).
2. November: Nominierung als Kandidat der SPD für das Amt des Bundespräsidenten.


1999
23. Mai: Die Bundesversammlung wählt Rau im Berliner Reichstagsgebäude zum achten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland.
1. Juli: Vereidigung als Bundespräsident in Bonn. Seine Amtszeit verläuft ruhig und ist weder von Skandalen noch herausragenden Appellen begleitet. Wegen seiner stets betonten Nähe zum Christentum wird er von Freunden und Kritikern häufig als "Bruder Johannes" bezeichnet.
14. Juli: Als ersten ausländischen Staatsgast empfängt Rau den italienischen Staatspräsidenten Carlo Ciampi (geb. 1920).
Dezember: Rau besucht trotz jugoslawischer Kritik deutsche Kfor-Soldaten im Kosovo.

2000
17. Februar: Rau hält als erster deutscher Bundespräsident eine Rede in deutscher Sprache vor dem israelischen Parlament, der Knesset, in Jerusalem. Er entschuldigt sich für die Verfolgung der Juden während des Nationalsozialismus in Deutschland.
1. Juni: Rau eröffnet die Weltausstellung in Hannover. In seiner Eröffnungsrede für die Expo 2000 ruft er die Deutschen auf, sich "gastfrei, tolerant und weltoffen" zu zeigen. Die Expo werde "aufregend, wenn wir neugierig werden, wie die anderen leben".

2003
September: Rau gibt bekannt, bei der nächsten Wahl 2004 nicht mehr für das Amt des Bundespräsidenten zu kandidieren.
2004
23. März: Rau bricht seine Afrika-Reise ab, nachdem laut Geheimsdienstberichten ein Mordanschlag auf einen hochrangigen europäischen Repräsentanten verübt werden soll.
23. April: Rückkehr vom letzten Staatsbesuch seiner Amtszeit in Ungarn. Insgesamt hat Rau als Staatsoberhaupt 76 Auslandsreisen unternommen.

29. Juni: Mit einem Großen Zapfenstreich wird Rau von der Bundeswehr als Bundespräsident verabschiedet. Sein Nachfolger wird Horst Köhler.

27. Januar 2006 Johannes Rau ist im Alter von 75 Jahren gegen 8 Uhr morgends verstorben.


Trauerpredigt von Bischof Wolfgang Huber , Berlin 07.02.2006:


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Predigt im Trauergottesdienst für Bundespräsident a.D. Dr. Johannes Rau im Berliner Dom

Wolfgang Huber

07. Februar 2006

Sehr verehrte Frau Rau, liebe Anna, Philipp und Laura Rau,

verehrte Angehörige und Weggefährten des Verstorbenen,

sehr geehrter Herr Bundespräsident, liebe Trauergemeinde,

Wohl wussten wir und wusste Johannes Rau selbst, wie sehr sein Leben vom Tod, dem "letzten Feind" - wie die Bibel sagt -, bedroht war, vor allem seit der Herzoperation vor eineinhalb Jahren. Eine schwere Erfahrung. Er hat sie nicht verborgen. Als Gezeichneter trat er vor die Öffentlichkeit, hielt Reden, zum Beispiel eine bewegende Bibelarbeit auf dem Evangelischen Kirchentag in Hannover im Juni vergangenen Jahres. Seine Hoffnung auf Genesung war stark, hatte er doch vor vierzehn Jahren eine Krebsoperation überstanden. Bei diesem Anlass hatte Heinrich Albertz ihm das Wort mitgegeben: "Wir können nicht tiefer fallen als in Gottes Hände." Es wurde ihm zu einem Leitwort für sein weiteres Leben – bis zuletzt.

Nun hat sich dieses Wort auf seine Weise erfüllt, in einem friedlichen Sterben nach der langen Krankheitszeit. Nun kam der Tod und für uns der Abschied von ihm, den wir doch so liebten. Und wir wissen alle, wie sehr wir ihn weiter gebraucht hätten, seine Allernächsten zumal. Sich da mit eigenen Worten trösten zu wollen, wäre zu schwach für Eure, für unsere Trauer. Nun sind ein anderer Trost und eine andere Hilfe nötig, als wir sie uns selbst sagen können.

Solche Hilfe kommt zu uns aus dem Bibelwort im 119. Psalm, das als Losung über dem Tag des Todes von Johannes Rau stand: "Lass meinen Gang in Deinem Wort fest sein und kein Unrecht über mich herrschen" (Psalm 119, 133).

Als evangelischer Christ reformierter Prägung liebte Johannes Rau die Psalmen. Gerade weil er selber eine Scheu hatte, von seinem persönlichen Glauben zu sprechen, fand er formulierte Gebete - und darunter vor allem die Psalmen - so hilfreich. Beim Beten sei man nie sicher, so bekannte er einmal, ob man nur ein Selbstgespräch führe. Statt den Adressaten zu suchen, suche man dann eben leicht nur sich selbst.

Den Adressaten des Gebets, Gott, suchte und fand Johannes Rau im Wort der Bibel. Deshalb las er, wenn irgend möglich, täglich die Worte der Herrnhuter Losungen. So wollen wir auch heute auf das Wort des Psalmisten hören, das Johannes Raus letztem Tag galt. Wir achten auf dieses Wort zunächst in seinem ersten Teil: "Lass meinen Gang in deinem Wort fest sein!"

Wie viele biblische Worte hatte Johannes Rau in seinem begnadeten Gedächtnis aufbewahrt! Aber es ging ihm darum, in den Worten der Bibel das eine Wort zu finden und zu erkennen. Von diesem Wort sagt das berühmte evangelische Bekenntnis, das im Jahr 1934 in Raus Heimatstadt Wuppertal-Barmen entstand: "Jesus Christus, wie er in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben." In diesem Wort wurden der Gang und der Weg von Johannes Rau fest und sicher.

Dieses Wort ist eigentlich ein Name. Den hatte er schon in seinem Elternhaus lieb gewonnen. Seinem Wunsch folgend erscheint deshalb auch auf seiner Todesanzeige dieser Name – mit dem befremdlichen Satz aus dem Matthäus-Evangelium: "Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth." Derselbe Satz steht auf dem Grabstein von Ewald Rau, dem Vater von Johannes Rau.

Ursprünglich ein Satz der Denunziation, wird er von jener Magd gesprochen, die Petrus im Hof des Hohenpriesters entdeckt und mit dem Finger auf ihn zeigt: "Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth." Was darauf folgt, wissen wir alle: Petrus leugnet. Eine dreifache Verleugnung, bis der Hahn kräht. Die Hähne auf unseren Kirchtürmen erinnern daran.

Johannes Rau hat als Kind noch erlebt, wie Christen denunziert wurden. Er kannte die Gefährlichkeit des Bekenntnisses zu Jesus. Deshalb hat es ihn auch nicht irritiert, wegen der Eindeutigkeit seines Bekenntnisses als "Bruder Johannes" bezeichnet und gelegentlich auch belächelt zu werden. Im Gegenteil: Jeder sollte wissen, woher er Zuversicht und Kraft schöpfte. Aus dieser Kraft heraus respektierte er jeden, der in seinem Leben auf andere Weise Halt und Orientierung fand. So sagte er es in seiner Antrittsrede als Bundespräsident; und so bestätigte er es in seiner letzten Bibelarbeit in Hannover: "Ich selber schöpfe Zuversicht und Kraft aus dem christlichen Glauben, der mir Trost und Hoffnung ist im Leben und im Sterben. Gleichzeitig habe ich Respekt vor allen, die ihr Leben auf andere Fundamente gründen." Sein Leben predigt uns die Kraft des Glaubens. Es lehrt uns zugleich, was Toleranz aus Glaubensfestigkeit bewirken kann. Und das ist nicht die schlechteste Art von Toleranz. Mehr noch: Toleranz aus Überzeugung ist die einzige Form von Toleranz, die auf Dauer trägt.

So bewährte sich in seinem Leben das Wort des Psalmisten in seinem ersten Teil: "Lass meinen Gang in deinem Wort fest sein." Die Orientierung an diesem Wort wollte er weitergeben. Dass dieses Wort uns dabei hilft, die Menschen zu lieben, hat er vorgelebt. Dass Politik "angewandte Nächstenliebe" ist, war für ihn keine leere Formel. Wenn er "versöhnen statt spalten" wollte, so lag der Grund dafür in der Liebe zu den Menschen und nicht etwa in einer einfältigen Sicht der Dinge, der nicht bewusst wäre, dass Politik immer auch ein Kampf um Macht ist. Doch diese Macht ist kein Selbstzweck. Darum ging es ihm. Deshalb war er als Christ Politiker und als Politiker Christ. Der Wahlspruch der Bekennenden Kirche wurde zu seinem eigenen: "Ich halte stand, weil ich gehalten werde."

Dass diese Bindung nicht in eine religiöse Enge, sondern in die Weite führt, darauf weist der zweite Teil des Losungswortes vom 27. Januar, Johannes Raus Todestag: "Lass kein Unrecht über mich herrschen!"

Das Recht soll also über uns herrschen; es macht uns zu Anwälten der Gerechtigkeit. Unvergesslich wird vielen die knappe Ansprache bleiben, die Johannes Rau unmittelbar nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten hielt. In ihr machte er deutlich, dass nach der Verfassungsordnung, in der wir in Deutschland leben, die Würde des Menschen unantastbar ist und nicht nur die Würde der Deutschen. In der für ihn schwersten Stunde seines politischen Lebens, nach dem Amoklauf in Erfurt, zeigte er, wie ernst er das nahm: "Was immer ein Mensch tut, sagte er damals in Erfurt, er bleibt doch ein Mensch." Der Blick für die Menschen unterschiedlichster Herkunft, das offene Herz für jede und jeden einzelnen sowie die unerschöpfliche Erinnerungsfähigkeit an persönliche Schicksale und Begegnungen haben hier ihre Wurzel. Genau hinschauend und den Menschen zugewandt traf er den Ton, der die Menschen erreichte, und bewegte ihr Schicksal. Was ihm wichtig war, nahm er in die Hand – mit unendlicher Beharrlichkeit. Immer hielt er fest an der Verbesserlichkeit der Welt. Zugleich half ihm die Heiterkeit des Glaubens, mit ihrer Unzulänglichkeit zurechtzukommen.

Johannes Rau ist tot. Er wusste um den einzigen Trost im Leben und im Sterben. Aber er wusste auch, dass das Wissen eines ist und die Erfahrung ein anderes. "Hoffentlich gelingt das Vertrauen auf den Einen. Man weiß es bis zur letzten Stunde nicht," bekannte er ein halbes Jahr vor seinem Tod. Dabei schöpfte er zugleich Mut aus einem Satz seines väterlichen Freundes Gustav Heinemann: "Wenn die Welt euch drohen will, lasst euch nicht schrecken: eure Herren gehen, unser Herr aber kommt." Ihm darf er nun entgegengehen.

Von Johannes Rau nehmen wir Abschied, unmittelbar nachdem wir Dietrich Bonhoeffers gedacht haben, der vor einhundert Jahren geboren wurde. Eine Biographie Dietrich Bonhoeffers war seine letzte Lektüre. Von "guten Mächten" war er geborgen, als er starb. Zu diesen guten Mächten, die Gott ihm zur Seite stellte, gehörten seine Nächsten, seine Frau und seine Kinder. Zu ihnen gehörten alle, die ihm beistanden. Solche guten Mächte sind die Worte des Glaubens, die uns begleiten, Worte der Bibel und des Gesangbuchs. Eine solche gute Macht ist Jesus Christus, das eine Wort Gottes. Johannes Rau war auch mit dem Jesus von Nazareth, dem Wort Gottes, der guten Macht, in der wir ihn geborgen wissen. In dieser Geborgenheit ist Johannes Rau gestorben; am Ende war es ein sanfter Tod. Und die guten Mächte helfen nun uns bei diesem Abschied. Öffnen wir uns für sie. Denn sie sind bei uns. Der, dem Johannes Rau nun entgegengeht, macht unser Herz weit für sie.

Amen.

(c) EKD Wolfgang Huber


 

Zur Erinnerung

Abschied von Kevin
Bremen: Trauerfeier im engsten Familienkreis

Fünf Wochen nach dem Fund der Leiche des zweijährigen Kevin aus Bremen ist der Junge am Montag beigesetzt worden. Rund 25 Trauergäste waren in die Kirche im Bremer Stadtteil Walle gekommen, um sich von Kevin zu verabschieden. Auf Bitte der Familien fand die Trauerfeier im engsten Kreis statt. Aber auch Bürgermeister Jens Böhrnsen und seine Ehefrau waren erschienen.
13.11.2006


Der Kindersarg war mit Gerbera und Rosen geschmückt. Der Zweijährige war tot im Kühlschrank der Wohnung seine Ziehvaters gefunden worden. Sein Körper wies zahlreiche Knochenbrüche auf. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der vernachlässigte Junge erst wenige Tage vor seinem Tod einen offenen Oberschenkelbruch erlitten.

Gravierende Fehler

Im Auftrag von Bremens Regierungschef Jens Böhrnsen (SPD) ist eine 60-seitige detaillierte Dokumentation zum Fall Kevin erstellt worden. Darin werden die Abläufe und Zusammenhänge zwischen den Behörden, der Mutter von Kevin und dem drogensüchtigen Freund der Mutter aufgelistet. Im Ergebnis stellte Justizstaatsrat Ulrich Mäurer gravierende Fehler fest.


Unter anderem haben der behandelnde Arzt des Drogensüchtigen sowie die Drogenbetreuerin der Mutter den Standpunkt vertreten, die Eltern könnten ihr Kind versorgen und betreuen. Der Vertreter des Jugendamtes hatte sich nicht dagegen ausgesprochen. Es gab zudem keine Überprüfung der Angaben der Eltern über den Umgang mit ihrem Kind.


Das kurze Leben von Kevin in Bremen:

Januar 2004: Kevin wird geboren als Kind einer drogensüchtigen Mutter.
August: Polizeimeldung über Verdacht, dass die Mutter unter Drogen stehend ihr Kind misshandelt hat. Einsatz-Ergebnis der Beamten: Der Säugling hat keine Verletzungen, es gibt aber Zweifel an der Erziehungsfähigkeit der Mutter.
Oktober: Kevin wird in eine Kinderklinik eingewiesen, die Ärzte stellen Knochenbrüche fest.
November: Der Junge bleibt einige Tage in einem Kinderheim; ein Familienkrisendienst kommt zu dem Ergebnis: Die Eltern haben die nötigen Erziehungskompetenzen.
Februar 2005: Ein Kinderarzt stellt eine Gewichtsabnahme bei Kevin fest. Zwei Wochen später berichtet er, dass die Entwicklung des Jungen wieder gut verläuft.
März: Das Jugendamt stellt eine positive Prognose.
Juli: Die Polizei berichtet von Auffälligkeiten. Sie treffen die Eltern betrunken an, der Vater ist aggressiv. Der Junge ist nicht versorgt. Bei einem Hausbesuch stellt das Sozialzentrum keine Mängel bei der Versorgung fest.
August: Eltern-und-Kind-Therapie zur Entgiftung in einer Klinik.
November: Die Mutter stirbt. Der Notarzt schließt Fremdverschulden nicht aus. Das Kind kommt für fast drei Wochen in ein Kinderheim. Der Vater wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Das Jugendamt wird zum ersten Vormund des Kindes. Eine Woche später entscheidet das Sozialzentrum, dass Kevin wieder zum Vater kann.
März 2006: Kevin bekommt auf Anweisung eine Tagesmutter. Dort erscheint er nur unregelmäßig. Die Pflege wird daraufhin abgebrochen.
April: Die Mitarbeiter des Sozialzentrums sehen Kevin zum letzten Mal.
September: Das Sozialzentrum übermittelt dem Amtsvormund, dass der Vater sich der angebotenen Hilfe entzieht. Es wird beschlossen, den Jungen aus der Familie zu nehmen, ein Verfahren wird eingeleitet.
2. Oktober: Das Gericht beschließt, Kevin aus der Wohnung des Vaters abzuholen.
10. Oktober: Kevin wird tot im Kühlschrank in der Wohnung gefunden.
11. Oktober: Sozialsenatorin Karin Röpke (SPD) tritt zurück.
31. Oktober: Eine Dokumentation zu Fehlern der Behörden wird vorgestellt. Dabei wird erstmals bekannt, dass der festgenommene Drogensüchtige nicht Kevins leiblicher Vater ist.
2. November: Ein Untersuchungsausschuss wird eingesetzt.
10. November: Die Bremer Landesregierung gibt bekannt, dass Kevin nach Untersuchungen von Gerichtsmedizinern eines gewaltsamen Todes gestorben ist.

Zudem habe das Jugendamt nicht reagiert, als Zweifel an der Eignung der Eltern bekannt wurden. Beispiele dafür seien zwei polizeiliche Notlagenberichte und Feststellungen einer Kinderklinik über Kindesmisshandlung und diverse Knochenbrüche. Auch hatte ein Kinderarzt auf den dramatisch schlechten Zustand von Kevin hingewiesen.

Das Fehlverhalten der Eltern sei nicht sanktioniert worden, obwohl Termine für ärztliche Untersuchungen versäumt und bewilligte Hilfen nur kurz in Anspruch genommen wurden, hieß es in dem Bericht.


 

Satire, Pressefreiheit oder Geschmacklosigkeit ? Diese Frage erhitzt die Gemüter im Streit um die Mohammed Karikaturen. Was war geschehen ?

Das Anliegen der dänischen Zeitung mag durchaus gerechtfertigt sein um zu sehen, inwieweit die Berichterstattung zu einem bestimmten Themenkomplex mit vorauseilendem Gehorsam belegt ist. Wie der Chefredakteur jener dänischen Tageszeitung glaubhaft versicherte, ging es ihm nicht um die Verächtlichmachung oder Herabwürdigung einer Religionsgemeinschaft, sondern um die Frage inwieweit bei brisanten Themen aus welchen Motiven auch immer eine Selbstzensur der Medien stattfindet oder nicht. (Wir erinnern uns an die "enbeded" Journalisten zum Zeitpunkt des Irakkrieges.)
Es stellt sich die Frage, ob der Themenkomplex Religion dafür geeignet ist. Man stelle sich vor Kardinal Lehmann oder Bischof Huber würden in einer inakzeptablen Art und Weise sagen wir im Rotlichtmilieu im Rahmen einer Karikatur ehrverletzend abgebildet werden.
Wie groß wäre der Aufschrei bei uns ? Ich denke es bedarf einer differenzierten und verantwortungsvollen Betrachtung des Themas.

1. Es steht niemendem zu, einen anderen aufgrund seiner Religionszugehörigkeit einer vorsätzlichen Verächtlichmachung oder vorsätzlichen Verletzung seiner religiösen Gefühle auszusetzen. Eine Konfession muss es jedoch hinnehmen, daß sich Menschen mit anderer Auffassung kritisch damit auseinandersetzen. Stichwort z.B. Glaubwürdigkeit, Authentizität.

2. Es gilt die Pressefreiheit, die im geltenden Gesetzesrahmen der jeweiligen Staaten gilt.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, daß damit die Verpflichtung verbunden ist vereinzelt oder dauerhaft die Grenzen des guten Geschmacks zu überschreiten. Wir erinnern und an das bedruckte Papier mit den vier großen Buchstaben.

3. Die Pressefreiheit beinhaltet einen sorgsamen Umgang mit Fakten, Vermutungen,Verdächtigungen oder Halbwahrheiten und auch die Verpflichtung über alle Ereignisse sachlich zu berichten. Wie schwer dies für manchen geworden ist zeigt z.B. ein Vergleich zwischen den Abendnachrichten von PRO 7 und einem qualifizierten Hörfunkbeitrag des Deutschlandfunk Korrespondenten Siegfried Buschschlüter, der die journalistischen Tugenden beispielhaft unter Beweis stellt.

4. Im Rahmen der Berichterstattung über ein solches Thema gilt auch hier für Journalisten die Pflicht des Chronologen in Text und Bild zu berichten. Da das Bild Gegenstand der ganzen Angelegenheit ist, ist es auch vertretbar - wenn aus meiner Sicht jedoch nicht immer sinnvoll - mit einem Bild zu berichten, um "sich ein Bild machen zu können".

Als Leser und aufmerksame Zuhörer ist es unsere Aufgabe, unabhängige Journalisten in ihrer unabhängigen Berichterstattung zu unterstützen. Was aber gedruckt, gesendet und gelesen wird hängt nicht zuletzt von uns selbst ab.

Richard Krauss
Dieser Kommentar stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar.


 



Abschied

Abschied von Kevin
Bremen: Trauerfeier im engsten Familienkreis


Fünf Wochen nach dem Fund der Leiche des zweijährigen Kevin aus Bremen ist der Junge am Montag beigesetzt worden. Rund 25 Trauergäste waren in die Kirche im Bremer Stadtteil Walle gekommen, um sich von Kevin zu verabschieden. Auf Bitte der Familien fand die Trauerfeier im engsten Kreis statt. Aber auch Bürgermeister Jens Böhrnsen und seine Ehefrau waren erschienen.

13.11.2006

Der Kindersarg war mit Gerbera und Rosen geschmückt. Der Zweijährige war tot im Kühlschrank der Wohnung seine Ziehvaters gefunden worden. Sein Körper wies zahlreiche Knochenbrüche auf. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der vernachlässigte Junge erst wenige Tage vor seinem Tod einen offenen Oberschenkelbruch erlitten.


Januar 2004:
Kevin wird geboren als Kind einer drogensüchtigen Mutter.
August: Polizeimeldung über Verdacht, dass die Mutter unter Drogen stehend ihr Kind misshandelt hat. Einsatz-Ergebnis der Beamten: Der Säugling hat keine Verletzungen, es gibt aber Zweifel an der Erziehungsfähigkeit der Mutter.

Oktober: Kevin wird in eine Kinderklinik eingewiesen, die Ärzte stellen Knochenbrüche fest.
November: Der Junge bleibt einige Tage in einem Kinderheim; ein Familienkrisendienst kommt zu dem Ergebnis: Die Eltern haben die nötigen Erziehungskompetenzen.

Februar 2005: Ein Kinderarzt stellt eine Gewichtsabnahme bei Kevin fest. Zwei Wochen später berichtet er, dass die Entwicklung des Jungen wieder gut verläuft.

März: Das Jugendamt stellt eine positive Prognose.

Juli: Die Polizei berichtet von Auffälligkeiten. Sie treffen die Eltern betrunken an, der Vater ist aggressiv. Der Junge ist nicht versorgt. Bei einem Hausbesuch stellt das Sozialzentrum keine Mängel bei der Versorgung fest.

August: Eltern-und-Kind-Therapie zur Entgiftung in einer Klinik.

November: Die Mutter stirbt. Der Notarzt schließt Fremdverschulden nicht aus. Das Kind kommt für fast drei Wochen in ein Kinderheim. Der Vater wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Das Jugendamt wird zum ersten Vormund des Kindes. Eine Woche später entscheidet das Sozialzentrum, dass Kevin wieder zum Vater kann.
März 2006: Kevin bekommt auf Anweisung eine Tagesmutter. Dort erscheint er nur unregelmäßig. Die Pflege wird daraufhin abgebrochen.

April: Die Mitarbeiter des Sozialzentrums sehen Kevin zum letzten Mal.
September: Das Sozialzentrum übermittelt dem Amtsvormund, dass der Vater sich der angebotenen Hilfe entzieht. Es wird beschlossen, den Jungen aus der Familie zu nehmen, ein Verfahren wird eingeleitet.

2. Oktober: Das Gericht beschließt, Kevin aus der Wohnung des Vaters abzuholen.

10. Oktober: Kevin wird tot im Kühlschrank in der Wohnung gefunden.


 

Zum Thema

EKD
VELKD
Wikipedia
Google
Der Mensch als Rindvieh - Forscher planen Mensch-Kuh Embryo(09.11.2006)



 


Wer bemerkt seine eigenen Fehler? Sprich mich frei von Schuld, die mir nicht bewusst ist!

Wer bemerkt seine eigenen Fehler ? Eine gute Frage. Zumeist haben wir keine Probleme die Fehler der anderen glasklar und en detail zu finden. Dies bemerken wir schon bei Kindern und fällt uns auch am Arbeitsplatz auf. Werden wir dann ertappt dann folgt doch recht schnell die Rechtfertigung "Ich bin nicht schuldig!" , "ich war´s nicht."

Kommt uns dieser Satz nicht bekannt vor ? Ich denke er ist so alt wie die Menschheit.
Doch Psalm 19,3 wird am Schluß erst interessant. Er blickt nicht auf die vorsätzlich begangene Tat. Er wirft seinen Blick auf uns, wenn wir ohne Unrechtsbewußtsein oder ohne Schuldbewußtsein handeln. "Sprich mich frei von Schuld, die mir nicht bewußt ist".

Eine Bitte um Gnade und Barmherzigkeit für etwas, was einem in dem Moment in dem es geschehen ist gar nicht bewußt geworden ist. Vieleicht aus Gedankenlosigkeit, Oberflächlichkeit oder aus anderen Gründen. Im "Normalfall" sagt uns unser Gewissen sehr wohl was richtig und falsch ist. Dann haben wir Gelegenheit uns zu entschuldigen und Dinge in Ordnung zu bringen. Sind wir uns unserer Schuld nicht bewußt, so rufen wir zu Gott "... und vergib uns unsere Schuld..." Sprich mich frei von Schuld, die mir nicht bewußt ist. Beileibe kein Freifahrschein für unser Tun, denn wir sind Gott gegenüber in unserem Handeln und Unterlassen Rechenschaft schuldig. "Sprich mich frei von der Schuld, die mir nicht bewußt ist", auch ein Vertrauensbeweis gegenüber Gott. Er macht uns frei von Schuld und fordert uns auf Umzukehren und den richtigen Weg zu gehen. Wir vertrauen auf Ihn, daß er er uns von Schuld frei spricht. Ein Gedanke, über den wir auch am Buß- und Bettag nachdenken können. (rk)



 

Nachruf

Herr lehre uns bedenken " Herr, lehre uns bedenken, auf das “lehren” lege ich den Akzent, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden." So steht es im Psalm 90,12. Die Endlichkeit des eigenen Lebens begreifen um jeden Tag bewußt gemeinsam mit Gott zu erleben. Die Wahrnehmung von Liebe und Geborgenheit aber auch die Erfahrung von Trauer, Schmerz und Tod. Gott straft uns Menschen nicht mit Krankheit, Schmerz und Tod. Er begleitet uns auf diesem Weg.(rk)




Gespräch am Mogen




Meldung der dpa 14.5.2008

Vandalen beschmieren Kirche mit Nazisymbolen
Werder/Havel (dpa/bb) - Unbekannte haben in der Nacht zum Mittwoch einen Kirchenraum in Werder/Havel (Potsdam-Mittelmark) mit Nazi-Symbolen beschmiert. Im Altarraum wurden eine Bibel und das Altartuch mit Hakenkreuzen, SS-Runen sowie der Ziffernfolge «666» mit roter Farbe aufgetragen, teilte die Polizei mit. Ein Kerzenständer wurde entwendet. 14.05.2008


Warnung vor "Jugend für Menschenrechte"

Über verschiedene Verteiler hat die Evangelische Jugend Schweinfurt die Mitteilung erreicht, daß die Scientology-Organisation (SO) versucht, mit Jugendgruppen der Rettungsorganisationen Kontakt aufzunehmen. Es wird (meist telefonisch dirch einen Herrn Frederik Zingler) das Angebot unterbreitet, sich doch einmal persönlich in der Gruppenstunde vorzustellen und über das Projekt "Jugend für Menschenrechte" zu berichten. Manchmal wird behauptet, man gehöre zum Kreisjugendring und wolle in die Gruppenstunde kommen "um sich einmal anzusehen, wie es abläuft". Allen Verantwortlichen kann nur dringend geraten werden, jeden Kontakt mit "Jugend für Menschenrechte" zu vermeiden und die Vertreten in keinem Fall in Gruppenstunden einzuladen.

I Info 1 I Info 2 I Info 3 I


Herzlichen Glückwunsch

Stellen Sie sich folgendes vor:
Wie an jedem Sonntag gehen Sie zur Christuskirche und freuen sich auf den Gottesdienst. Sie öffnen die Tür, alles dunkel und Sie suchen die Gesangbücher.

Kein Licht ist eingeschaltet, keine Kerzen brennen am Altar. Sie nehmen Platz um die Lieder im Gesangbuch zu finden, doch Fehlanzeige. Keine Lieder sind an der Tafel und es ist lausig kalt in der Kirche. Jetzt in der Weihnachtszeit, kein Adventskranz und kein Weihnachtsbaum mit Kerzen ..... Können Sie sich das vorstellen ? Oder könnten Sie sich einen Gottesdienst ohne Glocken vorstellen ? Ich jedenfalls, kann es mir nicht vorstellen. Und in der Christuskirche in Schweinfurt ist es auch anders.
Gott sei Dank und Dank Gerhard Müller unserem Mesner.


Berufsbild der Küster (Kirchner / Mesner)
Der Küster dient und hilft durch seinen Dienst der Verkündigung des Wortes Gottes. Dies geschieht insbesondere im Gottesdienst, bei Amtshandlungen und anderen Veranstaltungen der Kirchengemeinde.
Der Küsterdienst, der sich aus dem schon in der Bibel (zum Beispiel in der Apostelgeschichte) beschriebenen Diakonenamt entwickelte, ist ein geistliches Amt. Der Küster wird daher im Gottesdienst unter Fürbitte der Gemeinde eingeführt.

Berufsbezeichnung
Das Wort Küster kommt aus dem Lateinischen und ist abgeleitet von custos altaris und bedeutet Wächter. Da es im deutschsprachigen Raum keine einheitliche Berufsbezeichnung gibt, soll entsprechend der EKD Rahmenordnung für den Dienst des Küsters im folgenden nur die Bezeichnung Küster genannt werden. Für Küsterinnen gilt dies sinngemäß.
Mit den gleichen Tätigkeitsmerkmalen sind in anderen Landeskirchen Mesner, Kirchendiener, Kirchenvogt, Kirchner oder Kirchwart genannt.

Der Mesner sorgt durch seinen Dienst für die äußeren Voraussetzungen des gottesdienstlichen Lebens im Alltag einer Kirchengemeinde. Obwohl ein Großteil seiner Aufgaben technischen oder organisatorischen Charakter besitzt, kann seine Tätigkeit nicht von den geistlichen Bezügen christlichen Lebens getrennt werden. Aus dieser Aufgabenstellung ergibt sich eine Tätigkeitsbeschreibung, die ein praktisches und technisches Übergewicht hat, aber ohne das Wissen um seine geistlichen und kultischen Bezüge nicht sinnvoll ausgeübt werden kann.

Durch seine Präsenz in den Gebäuden und Anlagen der Kirchengemeinde ist er Ansprechpartner für Besucher, Gäste und Gemeindeglieder. Er gibt Auskunft, übermittelt Informationen, oder stimmt organisatorische Angelegenheiten ab. Er beantwortet Fragen, erledigt Anliegen und steht vermittelnd und informierend zwischen Gemeindegliedern und Gemeindeleitung. Er trägt durch seinen Dienst dazu bei, daß sich die Gemeinde als Gottesfamilie mit Freude zu ihren Gottesdiensten, Veranstaltungen und Festen versammeln kann. (c) EKD

Sicherlich fragen Sie sich, warum jetzt ausgerechnet zur Weihnachtszeit das Thema Mesner auf unserer Website erscheint.
Doch es gibt einen besonderen Grund zu feiern und vor allem einen besonderen Dank auszusprechen !

Am 1.1.1984 hat unser heutiger Mesner Gerhard Müller seinen Dienst an der Christuskirche aufgenommen . So feiert er nunmehr am 1.1.2009 sein 25 jähriges Dienstjubiläum an der Christuskirche. An weit über 1300 Gottesdienste, Hochzeiten, Taufen und anderen Kasualien war Gerhard Müller immer "zur Stelle". Stets freundlich, zuverlässig , ansprechbar und kompetent. Ob bei einer Taufe, bei einer Hochzeit, bei der Einführung einer neuen Pfarrerin oder eines Pfarrers ist er immer pflichtbewußt und einsatzbereit im Dienst. Die Christuskirche ohne Gerhard Müller - undenkbar !

Am Eingang ein freundliches Wort und die Ausgabe des Gesangbuches oder des Liedzettels. Assistenz bei Abendmahl oder auch beruhigende Worte für eine Vikarin oder einen Vikar beim ersten Gottesdienst. Unsere Gemeinde ist Gerhard Müller zu großem Dank verpflichtet. Als Mesner, Ansprechpartner, Allroundmanager und auch als Freund. Ich betone dies im Besonderen, da für mich Gerhard ein guter Lehrmeister und Freund an der Christuskriche geworden ist. Den einen oder anderen Christbaum haben wir gemeinsam geschmückt, ihm war es zu verdanken, als an einem Heiligen Abend, als kurz vor der Christvesper die Orgel verstummte, doch noch die richtige Sicherung gefunden wurde. Und wer über die Geschichte unserer Gemeinde etwas wissen möchte, findet bei ihm immer Gehör. Viele Pfarrerinnen und Pfarrer kamen und gingen, doch Gerhard Müller ist bis zum heutigen Tag für uns da.

Lieber Gerhard,
die Christuskirche in Schweinfurt ist untrennbar mit deinem Namen verbunden. Wir alle danken Dir von ganzem Herzen für Deinen unermüdlichen Einsatz bei Gottesdiensten, Gemeindefesten und auch der stetigen Arbeit im Hintergrund - ohne daß es für uns als Gemeindeglieder sichtbar wäre. Ohne Dich wären unsere Gottesdienste und Gemeindefeste nicht so wie sie sind.

Wir gratulieren Dir zu Deinem besondern Dienstjubiläum recht herzlich und sprechen Dir unseren allerherzlichsten Dank aus. Dankbar und froh sind wir, daß Du und Deine Frau unsere Gemeinde bereicherst und bei uns bist. Wir hoffen alle, daß Du uns noch lange erhalten bleibst. "Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat" so steht es bei Petrus. Wahrhaftig ist dies Dir bis zum heutigen Tag gelungen. Herzlichen Glückwunsch und vergelts Gott, daß wünscht Dir die Gemeinde der Christuskirche.(rk)


 

Gerhard Müller Das Bild entstand vor einigen Jahren in der Arche mit dem damaligen Pfarrer Rolf Roßteuscher




Ein bewegender Abschied

Viele Pflänzchen zum Wachsen gebracht
„Das war mein Traumberuf, meine Berufung, das habe ich gelebt.“ Mit diesen Worten hat sich Karin Berger von ihren Kindern, ihren Eltern, ihrer Mannschaft und ihren vielen Freunden in der Pfarrgemeinde Christuskirche verabschiedet. Die langjährige Chefin im evangelischen Kindergarten in der Gartenstadt, zu dem sie 1987 kam und den sie seit 1993 leitete, ist in drei Veranstaltungen von einigen hundert „Berger-Fans“ mit liebevoll inszenierten Überraschungen und bewegenden Dankeschöns in den Ruhestand geschickt worden.
Typisch Bergers Schlusssatz: „Ohne mein Team wäre ich machtlos gewesen.“ Der Kindergarten hatte schon am 23. Oktober Adieu gesagt. Am Freitag folgte ein ganzer Abschiedstag, der mit offenen Türen nachmittags begann, sich mit einem Kinderfest, Mitmachkonzert und Gottesdienst in der Kirche fortsetzte, um mit einem Empfang im Pfarrheim zu enden. Unvergesslich wird Berger wohl der ihr zu Ehren veranstaltete Gottesdienst bleiben. Auf Betttüchern – aufgehängt in der Kirche – stand „Auf Wiedersehen Karin“. Bei ihrem Einzug in das proppenvolle Gotteshaus wurde die Orgel vom Evangelischen Posaunenchor unterstützt, geleitet von Ehemann Wolfhart Berger.
Gemeinsam mit Pfarrer Martin Schewe gestaltete Karin Berger den Gottesdienst mit, in dessen Verlauf sie in viele Rollen schlüpfte. Als etwa an die Geschichtenerzählerin Karin Berger erinnert wurde, musste sie in ein Nachthemd schlüpfen, sich in einen Schaukelstuhl setzen, Oma spielen. Zugleich war das die Botschaft an sie, ihr Leben ab sofort zu Hause etwas langsamer anzugehen, der Gesundheit wegen.
José Zambrano von der Musikschule stand für die vielen Musikbeiträge in der Kirche, immer dabei Christuskindergartenkinder. Ehemalige Kindergartenkinder erinnerten sich als Raben an ihre Kindergartenzeit. „Hallo Karin, kennst du mich noch“, fragte etwa Michael Schott. Sie kennt ihn noch.
Erzählt wurde die Erschaffung der Erzieherin. Selbst dem Herrgott bereitete das Schwierigkeiten, weil ein Wesen – wie Berger – mit sechs paar Händen, Augen überall und einem Schoss, auf dem zehn Kinder zeitgleich Platz haben, nicht so einfach zu formen war.
Pfarrer Martin Schewe nannte Karin Berger „ein Geschenk für uns alle“. Sie habe sich selbst immer zurückgenommen, habe sich um den Neubau, das Team und vornweg die Kinder gekümmert. Sie habe den „Vorzeigekindergarten geprägt“, sagte Schewe, ehe er sie und ihre Nachfolgerin Yvonne Akers segnete.
Auch das Pfarrheim platzte danach aus allen Nähten. Wieder gab es Überraschungen, etwa eine Illumination im Freien. Für die Stadt erinnerte Jugendamtsleiterin Maria Albert-Wirsching an den „Umbau zum Bewegungskindergarten 2001“, der die Einrichtung „noch begehrter gemacht hat“. Auch sie hatte ihre zwei Kinder dort – „die haben sich sehr wohlgefühlt“. Für alle anderen Kindergärten sagte Brigitte Grimm von Gustav Adolf Adieu. Kathi Petersen erinnerte für die Personalvertretung an das Motto Bergers: „Im Leben Fuß fassen.“
Gartenstadtschulleiterin Ulrike Hieronimus dankte für die Schulen und mit Sonnenblumenkernen dafür, dass Berger „Pflänzchen zum Wachsen brachte“. Dank auch vom Zappelphilipp-Team und Dank vom Kirchenvorstand Werner Horn. Dass extra aus Bad Tölz Schewe-Vorgänger Martin Steinbach mit Familie gekommen war, freute Berger besonders. Bescheiden war Karin Berger auch zum Schluss: „So viel Liebe, so viel Ehre, ein sehr bewegender Tag, Danke.“
(c) Schweinfurter Tagblatt 2.November 2009 H.Helferich /
Wir bedanken uns beim Schweinfurter Tagblatt für diesen Bericht.





Liebe Karin, ein herzlicher Dank für Deine aufopferungsvolle und kompetente Arbeit über viele Jahre hinweg an der Christuskirche. Wir sind froh und dankbar daß Du den Kindergarten gemeinsam mit Deinem Team mit so viel menschlicher Wärme und Nächstenliebe geleitet hast. Dir ein vergelts Gott und Gottes Segen für Deinen neuen Lebensabschnitt. Richard



 
Gott kommt trotzdem | 2005 Gedanken zum Buß- und Bettag

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