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LEITLINIEN

Was uns wichtig ist

Grundsätze:
Wir wollen eine Kirche sein, von der Jesus Christus sagen kann:
Hier bin ich gegenwärtig. Hier wird gehört, erlebt und gelebt, was ich gewollt und getan habe.

Wir wollen eine Kirche sein, von der alle, die zu ihr gehören,
sagen können:
Hier kann ich Christus begegnen und Halt, Anstoß, Erbauung und
Gemeinschaft finden. Hier ist jede und jeder vorbehaltlos willkommen.

Wir wollen eine Kirche sein, von der alle, die in ihr mitarbeiten,
sagen können:

Hier erfährt alle Mitarbeit und erfahren alle Mitarbeiter(innen) gleiche
Wertschätzung. In der Gemeinde mitzuarbeiten macht Spaß, bereichert
mich und hat Sinn.

Leitlinien

0. Wir sind "Kirche vor Ort"

Die Kirchengemeinde Christuskirche ist Teil der Evangelisch Lutherischen
Kirche in Bayern. Als solche versteht sie sich mit anderen christlichen
Gemeinden auf der ganzen Welt unterwegs in der Nachfolge Jesu Christi. Dazu gehört auch unsere Verantwortung für Gottes Schöpfung. Ziel der Arbeit in unserer Gemeinde ist es, "Kirche vor Ort" zu sein, Menschen in unseren Stadtteilen und in den einzelnen Dörfern mit der Botschaft von der Liebe unseres Gottes in Berührung zu bringen.
Wir wollen beitragen, daß Menschen in unserem Gemeindegebiet in ihrem Leben dem dreieinigen Gott begegnen, und in dieser Begegnung eine Hilfe finden, ihr Leben zu bewältigen. Dabei wollen wir eine menschenfreundliche, offene, in ihrer Vielfalt bunte und damit einladende Gemeinde sein.

1. Gottesdienst
Die Mitte unserer Arbeit ist die Feier des Gottesdienstes. Wir begreifen ihn als Chance, Gott selbst im Lobpreis und in der Klage, im Gebet und in der Verkündigung, sowie im Feiern der Sakramente zu begegnen. Das Angebot unserer Gottesdienste ist bunt und vielfältig wie die Menschen, die in unserer Gemeinde leben. Wir wollen damit verschiedenen Altersgruppen und Zielgruppen, sowie der unterschiedlichen Spiritualität der Menschen gerecht werden. Trotz aller Vielfalt jedoch verstehen wir die agendarisch vorgesehene Gottesdienstfeier als unseren "Haupt- gottesdienst". Er ist Ausdruck der Verbundenheit mit unserer Tradition
sowie mit anderen christlichen Gemeinden.

2. Seelsorge und Beratung
Der Seelsorgearbeit kommt neben der Verkündigung und der Feier des Gottesdienstes Priorität in unserer Gemeindearbeit zu. Dazu gehören das seelsorgerliche Gespräch, Krankenbesuche, Gespräche bei Kasualien und Geburtstagsbesuche (ab dem 70. Geburtstag alle 5 Jahre). Daneben weisen wir bewusst auf die professionelle, fachliche Beratung der Einrichtungen der Diakonie sowie anderer caritativer Organisationen hin. Unsere Gemeinderäume stellen wir, soweit möglich, Selbsthilfegruppen und caritativen Einrichtungen kostenlos zur Verfügung.

3. Gemeindeaufbau
Um den Gottesdienst als Zentrum unseres Gemeindelebens herum scharen sich weitere Aktivitäten und Angebote von Menschen in unserer Gemeinde für Menschen in unserer Gemeinde. Mit diesen Angeboten verfolgen wir unterschiedliche Ziele: Zum einen geht es um die Schaffung von Gemeinschaft in unseren Gemeindesprengeln und um Identifikation mit unserer Gemeinde. Zum anderen fördern wir die Auseinandersetzung mit Glaubens- und Lebensfragen. Wir arbeiten dabei ziel- und alters- gruppenorientiert. Der religiöse Grad von Offenheit und Verbindlichkeit unserer Angebote darf und soll unterschiedlich sein. Unser "Monatsgruß" informiert über das Gemeindeleben und wird von Mitarbeiter(innen) in die Häuser verteilt. Wir verstehen dabei den Monatsgruß auch als Visitenkarte unserer Kirchengemeinde und als eine ausgesprochen wichtige, weil
oft einzige Kontaktmöglichkeit zu den 2200 Haushalten in unseren Gemeindesprengeln. Neuzugezogene werden von MitarbeiterInnen mit einem kleinen Gruß in unserer Gemeinde willkommen geheißen.

4. Erziehung, Bildung, Unterricht
Die Arbeitsfelder "Erziehung, Bildung, Unterricht" dienen der Vermittlung des Glaubens, der Urteilsfindung in ethischen Fragen sowie dem Gemeindeaufbau. Der Kindergartenarbeit kommt in diesem Zusammenhang eine Schlüsselfunktion zu: Hier sollen die Kinder
für eine christliche Lebensführung und ein christliches Weltbild aufgeschlossen werden. Wichtiger Bestandteil der Konzeption ist eine große Offenheit der Einrichtung gegenüber den Belangen der Kinder (persönliche Zuwendung / viel Bewegung / Einzelintegration von
Behinderten), gegenüber den Belangen der Eltern (Flexible Bringe- und Abholzeiten, Mittagsbetreuung), sowie eine enge Verbundenheit mit der Kirchengemeinde und ihren Zielen. Ein eigenständiges Arbeitsfeld und von der Gemeindearbeit unabhängig, ist der Religionsunterricht. Es ist der Kirchengemeinde aber wichtig, mit den ReligionslehrerInnen
der Grund- und Hauptschulen im Gemeindesprengel guten Kontakt zu pflegen und zusammenzuarbeiten.

Dem Präparanden- und Konfirmandenunterricht wird in unserer Gemeinde viel Gewicht beigemessen. Diese Begegnung mit ihrer Kirchengemeinde findet für die Jugendlichen an einer wichtigen Schnittstelle in ihrem Leben statt und bleibt sehr prägend. Ziel dieser Arbeit ist, Jugendliche einzuladen, gemeinsam zu fragen und zu entdecken, was das Evangelium von Jesus Christus für uns Menschen bedeutet. Die Arbeit mit den Präparanden- und Konfirmandeneltern ist dabei wichtiger Anknüpfungspunkt zu oft entfernter stehenden Gemeindegliedern. Mit unserer Jugendarbeit wollen wir Jugendlichen "Heimat geben". Es ist wichtig, dass sie die Kirchengemeinde als einen Ort erfahren, an dem sie sich treffen, sich aber auch mit ihren Fragen und mit ihrem Engagement einbringen können. Auch die Gemeindekreise und Einzelveranstaltungen mit Schwerpunkt "Erwachsenenbildung"
dienen der Auseinandersetzung mit der persönlichen Lebensgestaltung, der religiösen Wissensvermittlung und dem ethischen Urteilsvermögen. Die Förderung der Begegnung von Menschen in gleichen Lebenssituationen und damit die Förderung des Gemeindeaufbaus ist ein weiteres, wichtiges Ziel dieser Arbeit. Die Gemeindebücherei will ein alternatives Freizeitangebot und Ort der Begegnung in unserer Gemeinde sein.

5. Oekumene, Mission und Entwicklung
Die Kirchengemeinde weiß sich mit anderen christlichen Gemeinden in der Nähe und in der Ferne in der gemeinsamen Nachfolge Jesu Christi verbunden. Ein engagiertes Miteinander mit den (fünf) katholischen Nachbarpfarreien wird durch zwei oekumenische Arbeitskreise gefördert und gewährleistet. Die Verantwortung für Mitmenschen in anderen Regionen und Ländern dieser Welt kann und muss im Leben der Gemeinde sichtbar werden.

6. Diakonisches Handeln
Diakonisches Handeln ist Verkündigung des Evangeliums in der Tat. In der Öffentlichkeit bezieht die Kirche nicht selten durch das diakonisches Engagement ihre Legitimation. Unserer Kirchengemeinde kommt dabei im Unterschied zu den verschiedenen Einrichtungen des "Diakonischen
Werkes Schweinfurt" der Part des unkonventionellen und eher zeichenhaften Handelns zu. Durch Sammlungen, gottesdienstliches Gebet und durch gezielte Information wird die zwingend erforderliche Verbindung von Diakonie und Kirchengemeinde sichtbar.

7. Presse - und Öffentlichkeitsarbeit
Verkündigung braucht Öffentlichkeit. Das Leben einer Kirchengemeinde darf daher nicht hinter festen Mauern und geschlossenen Türen stattfinden. Angebote der Kirchengemeinde müssen daher öffentlich gemacht werden. Dies geschieht durch den gemeindeeigenen "Monatsgruß", aber auch durch weitere Veröffentlichungen in Presse, Funk und Fernsehen und dem Internet. Zu einer guten und einladenden Öffentlichkeitsarbeit unserer Kirchengemeinde gehört aber auch eine positive und gewinnende Ausstrahlung aller in dieser Gemeinde Mitarbeitenden.

8. MitarbeiterInnenpflege Aus-, Fort- und Weiterbildung
Die ehren- und nebenamtlichen Mitarbeitenden sind gemeinsam mit den Hauptamtlichen die wichtigen Garanten der Gemeindearbeit. Ihnen ist seitens der Gemeindeleitung Aus- und Fortbildung anzubieten und zu gewähren. Durch kleine Zeichen der Dankbarkeit (Veranstaltungen, Ausflüge, kleine Weihnachtsgeschenke) sehen die Mitarbeitenden ihren Dienst gewürdigt und können eine motivierende Gemeinschaft mit
anderen Mitarbeitenden der Gemeinde pflegen.

9. Gemeindeleitung und Verwaltung
Gemeindeleitung und Verwaltung muß im Sinne dieses Profils unserer Kirchengemeinde geschehen. Die auf uns zukommenden Menschen stehen im Mittelpunkt unseres Interesses. Es ist unser Ziel, ihren Anliegen weitestmöglich entgegenzukommen. Wir versuchen, anderen Ansichten, anderer Spiritualität und anderen Bedürfnissen mit großer Offenheit zu begegnen. Wir sind dankbar für eine gut funktionierende Verwaltung unserer Kirchengemeinde im Rahmen der Gesamtkirchengemeinde und nehmen diese als Entlastung für unsere Arbeit gerne an.
(c) Christuskirche Schweinfurt 2001


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