Schweinfurter Tagblatt vom 08.05.2013

Herzlich willkommen, Frühling!

„Melodien im Frühling“ lautete der Titel eines Konzertes im Rahmen der „Saitenklänge“ in der Christuskirche. Zu Gast war diesmal das Ensemble Tredici aus Hannover. Die sechs Sängerinnen spannten einen weiten Bogen vom Volkslied übers Kunstlied bis hin zu Spirituals und Gospels.

Das Programm war in mehrere Themenbereiche unterteilt: So konnte man einen musikalischen Blick über den Gartenzaun werfen, blaue Beeren ernten oder Gemüse und Salat begrüßen. Rosen wurden besungen, Wasserläufen gefolgt. Neben Natur und Liebe war aber auch die Schöpfung an sich ein Thema. Dazu drangen die Musikerinnen in die Welt der Spirituals vor, um sich anschließend Abend- und Nachtliedern zu widmen. Die thematischen Abschnitte des Konzertes wurden verbunden durch stimmig ausgewählte Gedicht-, Text- und Psalmvorträge, sei es von Heine, Löns, Hesse, Goethe oder Brentano.

Das Ensemble zeichnet sich durch außergewöhnlich kultivierte Sprechkultur, die Fähigkeit zu überzeugend Text ausdeutendem Vortrag und exzellente Schlüsse aus. Großes Engagement und Singfreude sind augenfällig.

Was den Spirituals zum Vorteil gereichte, nämlich eine individuelle Ausbildung der sehr unterschiedlichen Einzelstimmen, beeinträchtigte allerdings den Vortrag von Liedern wie „Alle Vögel sind schon da“ oder „Die blauen Beeren“. Homogen war das nicht, auch nicht immer die schillernde Intonation und das teilweise ausladende Vibrato.

Dass die sechs Sängerinnen sich aber auch zurücknehmen können, bewiesen sie mit einem sanft, sehnsuchtsvoll und schön schwingenden „Da unten im Tale“. Und im Genre des Spirituals fühlt sich „Tredici“ zuhause: Flott, farbig, laut, tänzerisch und fröhlich klang „Sing and shout“, warm, dunkel und andächtig „I sing holy“. Interessante Register ergeben sich durch unterschiedliche Stimmkombinationen und Verdoppelungen, denn, so konnte man erfahren, alle singen hier in allen Stimmlagen, jeder bringt dabei seinen Stimmindividualität ein.

Eindrucksvoll der Abschluss: Zu einer indianischen Melodie erklang ein Psalmtext, erst solistisch vorgetragen, dann sich zu einem intensiven Klangerlebnis erweiternd. Kräftiger Applaus verabschiedete das Ensemble.

(Schweinfurter Tagblatt, 08.05.2013, von Elke Tober-Vogt)

 

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