Schweinfurter Tagblatt vom 21.02.2013

DITTELBRUNN: „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“
Die „Arche“, das evangelische Gemeindezentrum in Dittelbrunn, feierte ihr 20-Jähriges

Ein Gotteshaus für jedes Wetter: Die „Arche“ Dittelbrunn (rechts die Außenansicht) feierte ihren 20. Geburtstag mit einem Gottesdienst, den Pfarrerin Grit Plößel (links) zelebrierte. Symbolisches beim anschließenden Sektempfang: eine voll besetzte Playmobil-Arche (Foto unten).

Fotos: Eichler/Bergler

„Herzliche Glückwünsche für den Hausherren“: An diese Formulierung erinnerte sich eine Gottesdienst-Besucherin, anlässlich „20 Jahre Arche Dittelbrunn“. Die Glückwünsche hat der junge Pfarrer Rolf Roßteuscher bei der Einweihung bescheiden korrigiert: „Ich bin nur der Hausverwalter.“

Nur eben in einem besonders freundlichen und hellen Gotteshaus. „Schutz und Geborgenheit“ sollte der Name des evangelischen Gemeindezentrums assoziieren, sagt die amtierende Pfarrerin Grit Plößel, beim Geburtstagsfest, für viele sei die „Arche“ ein Stück Heimat. Im Lateinischen bedeutet das Wort schlicht „Kasten“, das hebräische Original ließe sich aber auch mit „Palast“ übersetzen.

Sie ist schlicht und schmuckvoll zugleich, auch an diesem Tag eine Begegnungsstätte für Jung und Alt. Raum ist für eine Krabbelgruppe und Betreuungsgruppen für Demenzkranke. Der Garten bietet Platz für Feste.

„Leinen los“ hieß es für die Arche am 7. Februar 1993. „Dass das Haus die Arche heißt, spreche immer für den Geist, der hier ständig wehen soll. Er macht eine Kirche voll und zum Ort, wo man geborgen zu Gott kommt mit allen Sorgen“, dichtete Dekan Johannes Strauß.

Bereits in den 1970er Jahren hatte es immer mehr evangelische Christen nach Dittelbrunn und Hambach gezogen. 1977 wurde hier ein zweiter Sprengel der Christuskirche beschlossen, mit eigenem Gemeindezentrum.

Ursprünglich sollte das Gebäude mal bei Autohaus und Tankstelle entstehen. 1986 fand sich, eher zufällig, ein Bauplatz an der historischen Ortsmitte, im „Zieglers Garten“. Hier wurden zunächst die Scheune und ein altes Wohnhaus abgetragen, bevor Architekt Heiner Förderreuther den Bau beginnen konnte. Dabei wurde, als Füllgut im Schutt, der Torso einer Christusfigur aus Sandstein freigelegt. Der Fund aus dem 18. Jahrhundert wurde restauriert und in den modernen Altarraum eingefügt.

Von der katholischen Kirchengemeinde Sankt Rochus, die zuvor einen Raum für die Ökumene zur Verfügung gestellt hatte, gab es die „Josefsglocke“ als Geschenk, für den Dachreiter: Die älteste Gemeindeglocke aus dem Jahr 1923 hatte zugleich als einzige die Einschmelzungen im Krieg überstanden. Später wurde die „Arche“ ein Haltepunkt im Wortsinn, dank Parkplatz und Buswartehäuschen.

Die Geschichte von Noah und der Sintflut, sie lag als Thema des Gottesdienstes nahe: Pfarrerin Plößel predigte über den Regenbogen als Zeichen des Friedensbundes zwischen Gott und den Menschen, sowie über dessen Farben, die sich auch im Bau wiederfinden: Blau als Symbol des Wassers, des Lebens und der Taufe, Grün wie der Obstbaumgarten hinter der Arche, als Zeichen der Hoffnung, Gelb wie Sonnenlicht, aber auch die Wärme der Innenausstattung. Rot schließlich wie Liebe, Leidenschaft, „Herzblut“ und „Engagement“.

Den Gottesdienst gestalteten mit: Michaela Gobs-Knoche und Diakonin Stefanie Kienle (von der Christuskirche) sowie Organist Martin Hub, mit Liedern wie „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“ und „Nun danket alle Gott“. Zum Schluss hinterließ jeder Besucher auf farbigen Zetteln seine Wünsche für die Arche der Zukunft: „Zuversicht“, „Nachwuchs“, „geistiger Mittelpunkt“, „Zusammengehörigkeit“ und „Immer eine Handvoll Wasser unterm Kiel“. Es folgte ein Sektempfang im Foyer: neben einer voll besetzten Playmobil-Arche.

Bericht: Uwe Eichler

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