Sag beim Abschied, leise Servus,
Nicht Adieu und nicht Ade, diese Worte tun nur weh…

Nun ja, so ganz leise möchte sich der Frauentreff nach insgesamt über 30 Jahren dann doch nicht verabschieden.

Leider müssen wir uns aber am 8. Oktober 2014 von dieser liebgewonnenen Gewohnheit – Treffen Mittwochabend – trennen. Pfarrer Weich wird für uns eine Andacht halten und anschließend wollen wir zum letzten gemeinsamen gemütlichen Beisammensein bei einem Häppchen noch einmal anstoßen auf die „gute alte Zeit“.

Ja, aus der Taufe gehoben wurde der „Frauenkreis“ von Frau Dagmar Woltmann. Geleitet wurde er dann nach wechselnder Vorstandschaft 10 Jahre von Frau Blanke und Frau Steiche. Nach deren Rücktritt 2000 wurde aus dem Frauenkreis der „Frauentreff“. Ihn leitete ein fünfköpfigen Team für weitere 14 Jahre, reichten Getränke – von der Kirche zur Verfügung gestellt – zu unseren Abenden und hofften, dass die neuen Besen auch gut kehren.

Welche Angebote und Aufgaben in der Frauenarbeit gab es nun im Frauenkreis und -treff?


Bis auf letztes Jahr trafen wir uns monatlich abwechselnd in der Christuskirche und der Arche Dittelbrunn mit unterschiedlichem Programm. Neue Gedanken in biblischen, weltlichen, kreativen und musischen Bereichen bereiteten uns informative, besinnliche und unterhaltsame Abende bei passender Dekoration. Es wurden spannende Führungen organisiert. Zum Jahresabschluss im Juli gab es meist eine Besichtigung mit anschließender Einkehr. Auch brachte sich das Team mit gewünschten vielfältigen Themen und der Ausgestaltung vorweihnachtlicher Abende ein.

Alle zwei bis drei Jahre boten wir gern besuchte Freizeiten an. Anfangs bei Schloss Craheim, am Ellertshäuser See in den Gästehäuser Rhön, im CVjM Heim Altenstein und zum Schluss hin der Pilgerhof in Altenmünster. Hierbei wurden Bekanntschaften vertieft, interessante Seminare abgehalten, zusammen geredet, gespielt und gelacht. Oft gab es zu diesen Veranstaltungen einen Zuschuss von der Kirchengemeinde für die Referentin. Verpflegung und evtl. Übernachtungskosten bestritten wir meist selbst.

Der Frauentreff hatte für seine Aktivitäten ausschließlich mit freiwilligen Einlagen finanziert. Referenten erhielten meist kleine Geschenke, da sie in der Regel kostenlos waren. Trotzdemr waren bei unseren Abenden namhafte Referenten zu Gast: z.B. Herr Diakon Holzheid, Herr Erl von der Organisation Care, Herr StD Karsten in seiner Eigenschaft als Meister vom Stuhl mit einem Vortrag über die Freimaurerei, sowie verschiedene Pfarrer aus Schweinfurt, die alle spannende Themen vortrugen.

Einmal im Jahr spendeten wir den Rest der Kasse für einen guten Zweck (Bedürftige in der eigenen Gemeinde, Bahnhofsmission, Schweinfurt hilft SW, Frauenhaus, Care, Brasilien, Hochwassergeschädigte).

Jahrelang führte der Frauentreff in Eigenregie am Gemeindefest den Kaffee- und Kuchenverkauf durch. Bis heute sind immer noch zu verschiedenen Anlässen tätig.
Der Weltgebetstag wurde schon zu Zeiten von Frau Woltmann organisiert, die dazu unsere katholischen Nachbargemeinden Maria Hilf, St. Anton sowie St. Rochus/Dittelbrunn mit ins Boot brachte. Seitdem spielte sich hier ein fester Zyklus ein: Jedes Jahr richtet eine andere Gemeinde den Gottesdienst aus, während die Frauen der anderen Gemeinde Gäste sind.
Anhand unserer Gästebücher kann man sehen, dass die anfänglichen Teilnehmerzahlen zwischen 13 und 19, ja manchmal bei 25, lagen. Am letzten gemeinsamen Abschluss-Ausflug im Juli 2014 waren wir zu zweit. Passenderweise weinte auch der Himmel.

Woran lag es? Es gibt die verschiedensten Gründe: der Treff ist heute kein zeitgemäßes Angebot mehr. Alter, Krankheit, unpassende Arbeitszeit, größerer Einsatz in der Familie, fehlende Fahrmöglichkeit usw. usw. halten ab vom Besuch.

Zum Schluss hin fehlten besonders durch den Weggang von Pfarrerin Plößel, die sich sehr bei uns und den katholischen Gemeinden und nicht nur für den Weltgebetstag engagierte, auch der Rückhalt und der Ansprechpartner zur Kirchengemeinde.

Auch haben sich die Zeiten geändert: bei der jetzigen Generation ist langfristiges Ehrenamt t nicht mehr gefragt, Projektarbeiten werden schon einmal übernommen. Auch haben die Medien die Gesellschaft erobert – wir saßen uns noch leibhaftig gegenüber und redeten persönlich miteinander – ohne Handy, Smartphone und i-Phons am Ohr oder in den Händen. Wahrscheinlich total out!

Eine Konkurrenz zum Frauentreff – wir sehen diese aber positiv – wurden die vielen Frauenfrühstücke, die in der Stadt angeboten werden. Mit festgelegten Eintrittsgelder kann selbstverständlich ganz anders geplant und teure, beliebte Referentinnen und Referenten für Vorträge engagiert werden.

Manchen Wermutstropfen musste unser Frauentreff jedoch auch schlucken. Nicht immer fanden die Themen unserer Abende den Weg in Monatsgruß oder in die Zeitung. Auch stand uns der kleine gemütliche Raum, eigentlich schon Gewohnheitsrecht, von uns selbst mit eigenen Vorhängen liebevoll ausgestattet, ohne Rücksprache und ohne Ersatz seit einiger Zeit nicht mehr zur Verfügung. Der große Gemeinderaum in der Christuskirche ist halt für eine kleine Gruppe nicht so sehr gemütlich

Trotzdem sind noch einige Frauen unserer Gruppe ehrenamtlich in der Gemeinde tätig, z.B beim Monatsgrußzählen und –austragen, oder in der Bücherei oder einfach, wo Not am Mann ist.

Doch wir wollen nicht klagen, sondern uns freuen, dass es uns so lange gab und uns bedanken:

  •  bei allen Teilnehmerinnen von damals und heute für Ihr Kommen
  •  für jede Mithilfe, die im Frauentreff und bei seinen Aktivitäten unterstütz haben
  •  bei allen, die den Frauenkreis/Treff leiteten
  •  bei allen Referenten, die nicht einmal vor kleinstem Publikum nicht zurückschreckten
  •  bei Pfarrerinnen und Pfarrern, wenn sie ein offenes Ohr für uns hatten
  •  bei Frau Knappke, die unsere Programme vervielfältigte, aushing und immer für uns da war.

Wir hoffen, dass alle Genannten unsere ehrenamtliche Frauenarbeit in guter Erinnerung behalten.

Ebenso hoffen wir, dass die geleisteten kirchlichen Arbeiten in der Gemeinde fortgesetzt werden. Insbesondere ist für 2015 die Christuskirche für die Durchführung des Weltgebetstages zuständig. Es finden sich sicher in der Gemeinde und auch im Kirchenvorstand freiwillige Ehrenamtliche für diese Aufgaben.

Uns selbst als langgedientes Team tut es leid, dass sich unser Frauentreff auflöst. Allerdings haben jedes Mitglied des Teams bzw. die letzten Getreuen im Treff schon viele andere Ehrenämter in der Kirche, z. B. als Dekanatsfrauenbeauftragte, als Kontaktfrau, Teamleiterin des Frauenfrühstücks, Mitglied beim Ökumenischen Arbeitskreis, Mitglied im erweiterten Kirchenvorstand, Mithilfe bei der Buchausleihe, bei 1 Stunde Zeit ,beim Monatsgrüße zählen und austeilen usw. Daher ist es auch schön, zukünftig ohne Vorarbeit an angebotenen Vorträgen oder Veranstaltungen teilzunehmen und selbst einmal nur zu konsumieren.
Wir denken, es gibt in der Gemeinde auch weiterhin manches Wiedersehen.

Und jetzt, endgültig Servus!

Es verabschiedet sich hiermit
und bleibt hoffentlich in guter Erinnerung

Der Frauentreff Christuskirche/Arche

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