Eine Freude, unseren ehemaligen Regionalbischof Christian Schmidt in der Arche zu Gast zu haben

Wieder konnte das GaM-Team um H. D. Mohrmann einen Volltreffer landen: Selten war das »Gespräch am Morgen« so gut besucht, wie nach der Ankündigung, dass unser sich erst seit Kurzem im Ruhestand befindlicher Regionalbischof Christian Schmidt in die Arche kommt. Die Erwartungen waren offensichtlich hoch, und sie wurden — nicht nur Messlatte Applaus — voll erfüllt.

»Evangelisch und katholisch — was beide Kirchen verbindet und was sie unterscheidet« war das Thema, das er sich ausgesucht hatte.

Es war kein Vortrag um die kontroversen Details in der Rechtfertigungslehre, ums Abendmahl, um den Begriff der »Kirche« oder um den Zölibat, es war viel mehr eine ganz lockere Darstellung der evangelischen Vorstellungen zur Ökumene, die aus zahllosen Gesprächen gespeist wurde, welche Christian Schmidt mit Bischofskollegen vor allem aus dem katholischen Raum geführt hat.

Da wir alle ja um die Spannungen zwischen den »Amtskirchen« im römischen und im evangelischen Bereich (vielleicht auch da oder dort vorurteilbehaftet) wissen war es erstaunlich zu hören, wie offen sich auch viele katholische Bischöfe zu einer liberalisierten Ökumene bekennen. Manches, was unser Regionalbischof aus seinen Gesprächen mit katholischen Kollegen erzählte, verwunderte: Offenbar gibt es in der katholischen Kirche doch nicht so viele Hardliner, wie mancher von uns denkt.

Ein ökumenischer Prüfstein steht vor der Tür: Wie weit ist die katholische Kirche bereit, sich 2017 zum Lutherjahr positiv zu äußern. Offenbar hat sie damit erhebliche Schwierigkeiten; dies um so mehr, als sie im gleichen Jahr des 400. Todestages des noch immer hoch verehrten Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn gedenkt und diesen wohl auch feiern will. Echter war ein starker Exponent der Gegenreformation, was bei der Feier des Lutherjahres ein gewisses Problem darstellen könnte.

Wir lernten viele Details der Kirchengeschichte und vieles aus der Geschichte der Päpste der vergangenen 100 Jahre. Die Freude am Vortrag bestand aber nicht primär aus dem Hören der Fakten. Sie bestand darin, dass unser Referent völlig fern von jeder Theorie und jedem Lehrbuch »aus dem Nähkörbchen plaudern« konnte. Der Vortrag zeugte von sehr viel Engagement und sehr viel Einfühlungsvermögen, vielleicht aber auch von etwas zu viel Optimismus, wenn man der Entwicklung aufmerksam folgt.

Eine wichtige Frage an den Ökumenen blieb offen: Wenn die christliche Kirche mit einer Stimme nach außen wirken soll, muss sie eine Kompetenzspitze haben. Offen bleibt wer das sein könnte: Der Papst? Ein orthodoxer Patriarch? Jemand aus dem evangelischen Bereich? An dieser Frage könnten sich noch sehr viele Willige abarbeiten, ohne taugliche Lösungen zu finden.
An Christian Schmidt sahen wir wieder einmal, dass die evangelische Kirche über hervorragende Führungskräfte verfügt, Führungskräfte, die handlungsstark, kreativ und mit großer Kommunikationsfähigkeit Dinge voranzubringen versuchen.

Als Publikum waren wir beeindruckt; das ergab sich auch in vielen kleinen »Gesprächen danach«. Danke Herrn Dr. Weich und dem GaM Team für eine wieder einmal sehr gute Veranstaltung.

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